Hospiz

Andrea Berg: Emotionale Beichte über den Tod

© Getty Images
Schlager-Ikone Andrea Berg weiß genau, worauf es im Leben wirklich ankommt. Durch ihr Engagement in der Hospizarbeit und der Palliativbewegung hat die 60-Jährige eine ganz besondere, tiefgründige Sichtweise auf das Dasein gewonnen.
Zur Vollversion des Artikels

Für die Sängerin steht fest, dass im Angesicht des Todes all die Dinge bedeutungslos werden, denen viele Menschen im Alltag hinterherjagen. "Ich weiß durch meine Hospizarbeit, was am Ende zählt", erklärt Andrea Berg sichtlich bewegt, "nämlich gar nichts mehr – weder Ruhm, noch Monetäres, sondern nur die Hand, die dann noch da ist."

Aus dieser tiefen Erfahrung heraus versucht sie, ihre Mitmenschen zu mehr Dankbarkeit und bewusstem Erleben zu motivieren: "Ich will weitergeben, dass jeder Tag zählt. Schon heute kann der letzte Tag sein. Und deshalb sollte man ihn so schön gestalten wie möglich."

Eine klare Absage an die alltäglichen Nörgler

Die Künstlerin plädiert leidenschaftlich für eine positive Grundeinstellung und ein starkes Miteinander. Sie beobachtet mit Sorge, dass heutzutage viele Menschen nur noch am Klagen und Hadern sind: "Freude am Leben und am Miteinander ist etwas Großartiges. Heute sind viele Menschen nur am Bruddeln und Hadern."

Von dieser negativen Stimmung will sich die Sängerin jedoch nicht herunterziehen lassen und fordert ein Umdenken: "Wir dürfen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir gute Laune haben. Man kann nicht mit jedem Mitleid haben – aber Mitgefühl. Das gibt Kraft."

Das private Glück und eine barfüßige Geste

Privaten Halt und tiefen Frieden findet Andrea Berg an der Seite ihres Ehemanns Ulrich Ferber. "Wir machen viel zusammen", sagt sie über den Hotelier. "Dabei genießen und schätzen wir die kleinen Dinge im Leben, denn der Schlüssel zum Glück steckt von innen. Wenn wir auf dem Motorrad sitzen oder gemeinsam unterwegs sind, ist das für uns schon Glück genug."

Wie kraftvoll gerade die kleinsten, ungeschminkten Gesten sein können, lernte die Sängerin einst von einem sterbenden Mann in ihrem Hospiz. Dieser verriet ihr, dass sein schönster Konzertmoment der war, als sie nach dem eigentlichen Showende mit nackten Füßen und nur von einer Gitarre begleitet noch einmal spontan an den Bühnenrand trat. "Das hat mich tief berührt und sagt alles", so die Sängerin.