"Wie sich das Wetter am Bartheltag stellt ein, so soll’s den ganzen September sein", lautet eine der bekanntesten Regeln. Demnach soll das Wetter am 24. August einen Vorgeschmack auf den gesamten September geben. Zeigt sich der Spätsommer sonnig und trocken, wäre nach dieser Überlieferung also mit einem freundlichen September zu rechnen. Regen und wechselhaftes Wetter würden dagegen auf einen nassen und unbeständigen Monat hindeuten.
Eine weitere Bauernregel geht noch darüber hinaus: "Wie Bartholomäus sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt." Der Bartholomäustag soll damit nicht nur den September, sondern gleich die gesamte Herbstwitterung vorgeben. Für die Landwirtschaft waren solche Beobachtungen früher von großer Bedeutung, schließlich mussten Ernte, Trocknung und Einlagerung möglichst gut auf das Wetter abgestimmt werden.
Besonders interessant ist die dritte Regel: "Bleibt St. Barthol im Regen steh’n, ist ein guter Herbst vorherzuseh’n." Regen am 24. August wird hier keineswegs als schlechtes Zeichen gewertet – im Gegenteil. Hält der Regen am Bartholomäustag an, soll ein guter und ertragreicher Herbst folgen.
Was bedeutet das für Österreich?
Der 24. August fällt in Österreich genau in jene Übergangsphase, in der sich der Hochsommer langsam verabschiedet und die ersten Anzeichen des nahenden Herbstes zeigen können. In den Bergen werden die Nächte bereits deutlich kühler, während es in den Niederungen durchaus noch hochsommerlich warm sein kann.
Die Bauernregeln sind allerdings keine wissenschaftlich belastbaren Langzeitprognosen. Sie stammen aus einer Zeit, in der Menschen das Wetter über Generationen hinweg beobachteten und daraus Muster ableiteten. Ein einzelner Tag kann nach heutigen meteorologischen Erkenntnissen nicht zuverlässig vorhersagen, wie sich ein ganzer Monat oder sogar eine komplette Jahreszeit entwickelt.
Trotzdem haben die alten Sprüche bis heute ihren Reiz. Gerade für Österreich, wo Landwirtschaft, Almwirtschaft und Wetter seit jeher eng miteinander verbunden sind, gehören solche Lostage zum überlieferten Wissen. Ob Bartholomäus tatsächlich den Herbst bestellt, zeigt sich letztlich erst in den Wochen danach.