beef & glory
Steak-Ikone überrascht mit edlem Facelift
Neun Jahre nach der Eröffnung gehört beef & glory zu den bekanntesten Steakadressen Wiens. Zum Start ins Jubiläumsjahr hat das weit über die Landesgrenzen bekannte Restaurant nun nachgeschärft. Das Interieur wurde überarbeitet, die Weinkarte ausgebaut und auch hinter den Kulissen weiter investiert. Am Herzstück des Konzepts ändert sich dagegen nichts. Im Mittelpunkt steht weiterhin Fleisch aus Österreich und ausgewählten internationalen Herkunftsländern.
Als Vlatka Bijelac und Nelson Atiso-Naah beef & glory eröffnet haben, wollten sie die Steakhousekultur in Wien auf ein neues Niveau heben. Der Anspruch ist seitdem gewachsen. Aus einem Team mit acht Mitarbeitern wurden mittlerweile 32, zugleich wurden Küche, Lagerflächen und technische Infrastruktur laufend erweitert. "Wir haben jedes Jahr investiert. Manches davon sieht der Gast sofort, vieles überhaupt nicht. Für uns gehört das aber zum Unternehmertum dazu. Ein Restaurant kann nicht stehen bleiben, nur weil es gut funktioniert", sagt Inhaberin Vlatka Bijelac.
Behutsames Facelift
Sichtbar wird diese Entwicklung nun auch im Gastraum. Gemeinsam mit dem Wiener Innenarchitekturbüro Derenko, das bereits für die ursprüngliche Gestaltung verantwortlich war, wurde das Restaurant behutsam überarbeitet. Neues Interieur und gezielte Veränderungen sollen dem Lokal ein eleganteres und zeitgemäßeres Erscheinungsbild geben, ohne den bisherigen Charakter aufzugeben. Auch der Markenauftritt wurde angepasst. Das Logo tritt nun reduzierter auf, bleibt aber klar an der bisherigen Linie orientiert.
Die größeren Veränderungen der vergangenen Jahre fanden allerdings vielfach abseits des Gastraums statt. Die Möglichkeiten fürs Dry Aging wurden erweitert, Produktionsküche und Patisserie ausgebaut sowie zusätzliche Kühl- und Lagerflächen geschaffen. Auch technische Bereiche wurden modernisiert. "Wer notwendige Investitionen über Jahre aufschiebt, spart langfristig nicht automatisch Geld. Im Gegenteil, irgendwann steht ein wesentlich größerer und kostspieligerer Umbau an", sagt Inhaber Nelson Atiso-Naah.
Mit dem Wachstum des Teams änderten sich auch die Anforderungen an Arbeitsplätze und Abläufe. Für die Betreiber gehört deshalb die Weiterentwicklung der Bereiche hinter den Kulissen ebenso zum Konzept wie ein neuer Gastraum oder eine überarbeitete Speisekarte.
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Mehr Platz für große Weine
Besonders deutlich ausgebaut wurde zuletzt das Thema Wein. Drei Sommeliers verstärken mittlerweile das Team. Die reguläre Weinkarte umfasst mehr als 200 Positionen aus Österreich und internationalen Weinregionen. Dazu kommen Raritäten und Einzelflaschen, die nicht auf der klassischen Karte stehen.
Auch hochwertige Weine werden zunehmend glasweise angeboten. Damit reagiert das Restaurant auf ein verändertes Trinkverhalten. Nicht jeder Gast möchte zum Steak eine ganze Flasche bestellen. Stattdessen steigt nach Angaben des Hauses das Interesse daran, gezielter auszuwählen und sich auch bei einem einzelnen Glas etwas Besonderes zu gönnen.
Für ein Steakrestaurant ist das mehr als eine Ergänzung. Gerade gereifte Rotweine, kräftige Cuvées oder charaktervolle österreichische Gewächse können je nach Cut, Fettanteil und Zubereitung einen eigenen Akzent setzen. Die größere Auswahl soll deshalb ermöglichen, Wein und Fleisch stärker aufeinander abzustimmen.
Fleisch bleibt die DNA
Trotz aller Neuerungen bleibt Fleisch die zentrale Disziplin des Hauses. Auf der Karte treffen österreichische Qualitäten auf internationale Herkunftsländer, unterschiedliche Rinderrassen, Cuts und Reifungsmethoden. Herkunft, Reifung und Zubereitung spielen dabei weiterhin eine entscheidende Rolle.
Dieser Fokus hat beef & glory auch international Aufmerksamkeit eingebracht. Seit 2019 wird das Restaurant bei den World’s 101 Best Steak Restaurants geführt und erreichte dort bereits Platz 19 weltweit sowie Platz 1 im deutschsprachigen Raum. Auch Gault&Millau und Falstaff führen das Lokal seit Jahren. Seit 2026 ist beef & glory zudem im Guide MICHELIN Österreich vertreten.
Der Anspruch endet inzwischen aber nicht mehr beim Steak. Vorspeisen, Beilagen und vor allem die hauseigene Patisserie wurden in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Der Besuch soll kulinarisch vom ersten Gang bis zum Dessert als Einheit funktionieren und nicht allein auf den Hauptgang zulaufen.
Gewachsen, aber nicht neu erfunden
Zum zehnten Bestandsjahr setzt beef & glory damit weniger auf Nostalgie als auf Weiterentwicklung. Das Restaurant ist größer geworden, beschäftigt viermal so viele Mitarbeiter wie zu Beginn und hat sowohl Küche als auch Weinkompetenz deutlich ausgebaut.
Die Grundidee bleibt dennoch dieselbe. Außergewöhnliche Fleischqualität, unterschiedliche Cuts und ein internationaler Blick auf die Steakhousekultur sollen weiterhin das Fundament bilden. Rundherum wurde vieles verfeinert, vom Gastraum über die Patisserie bis zur Flasche im Weinkeller.
Nach fast zehn Jahren wirkt das nicht wie eine Neuerfindung, sondern wie der Versuch, ein etabliertes Konzept weiter reifen zu lassen.