Selbstabtastung

Brustkrebs-Früherkennung: So funktioniert der Brust-Check zuhause

© Getty Images
Mit dem 1. Oktober beginnt der internationale Brustkrebsmonat. Ein guter Anlass, die eigene Brustgesundheit wieder stärker in den Fokus zu rücken. Der Selbst-Check dauert nur wenige Minuten und kann dabei helfen, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen.
Zur Vollversion des Artikels

Der Oktober steht weltweit im Zeichen der Brustkrebsvorsorge. Rund um den sogenannten "Pink October" soll vor allem eines ins Bewusstsein gerückt werden: Je früher Auffälligkeiten erkannt und abgeklärt werden, desto besser sind in vielen Fällen die Behandlungsmöglichkeiten.

Neben regelmäßigen ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen kann auch die Selbstabtastung der Brust dabei helfen, Veränderungen früher zu bemerken. Dabei geht es nicht darum, zuhause selbst eine Diagnose zu stellen. Vielmehr hilft der regelmäßige Brust-Check dabei, das eigene Brustgewebe besser kennenzulernen und neue Auffälligkeiten schneller wahrzunehmen.

Wichtig: Der Brust-Check zuhause ersetzt weder eine ärztliche Untersuchung noch eine Mammografie. Auffälligkeiten sollten immer medizinisch abgeklärt werden.

© Getty Images

Wann sollte man die Brust abtasten?

Bei Frauen mit Menstruationszyklus eignet sich ein Zeitpunkt, an dem die Brust möglichst wenig gespannt und empfindlich ist. Rund um die Periode kann das Brustgewebe hormonbedingt stärker anschwellen oder druckempfindlich sein.

Wichtiger als ein ganz bestimmter Tag ist jedoch, die eigene Brust regelmäßig unter ähnlichen Bedingungen zu untersuchen. So lassen sich Veränderungen leichter erkennen.

Nehmen Sie sich dafür einige Minuten Zeit und machen Sie den Oberkörper frei. Die Untersuchung kann beispielsweise vor dem Spiegel oder unter der Dusche durchgeführt werden. Durch das Einseifen gleiten die Finger leichter über die Haut.

Schritt 1: Die linke Brust abtasten

Beginnen Sie mit der linken Brust. Heben Sie dafür den linken Arm über den Kopf.

Mit der flachen rechten Hand beziehungsweise den Fingerkuppen tasten Sie nun das Brustgewebe systematisch ab. Beginnen Sie außen in Richtung Achsel und bewegen Sie sich langsam zur Brustwarze.

Arbeiten Sie sich Stück für Stück durch die gesamte Brust – von außen nach innen sowie von oben nach unten. Besonders gut eignen sich die Fingerkuppen, da sie Veränderungen im Gewebe leichter wahrnehmen können.

Schritt 2: Auch die innere Brust untersuchen

Nachdem Sie den äußeren Bereich untersucht haben, tasten Sie auch die innere Hälfte der Brust sorgfältig ab.

Führen Sie die Finger wieder langsam in Richtung Brustwarze und achten Sie darauf, keinen Bereich auszulassen.

Dabei ist kein extremes Drücken notwendig. Unterschiedliche Gewebestrukturen oder leicht knotige Bereiche können insbesondere abhängig vom Zyklus völlig normal sein.

Schritt 3: Brust von unten stützen

Senken Sie nun den linken Arm und legen Sie die Hand unter die Brust, sodass diese leicht angehoben wird.

Tasten Sie anschließend erneut mit der rechten Hand von oben in Richtung Brustwarze.

Durch den leichten Gegendruck lässt sich das tiefer liegende Brustgewebe teilweise besser ertasten.

Ist die Brust während bestimmter Zyklusphasen empfindlicher oder leicht schmerzhaft, muss das nicht automatisch ein Warnsignal sein. Wichtig ist vor allem, Veränderungen wahrzunehmen, die neu sind oder bestehen bleiben.

Schritt 4: Achselhöhle nicht vergessen

Heben Sie anschließend erneut den linken Arm und tasten Sie mit den Fingerkuppen vorsichtig die Achselhöhle ab.

Bewegen Sie die Finger langsam von oben nach unten und achten Sie darauf, ob Sie ungewöhnliche oder neu aufgetretene Verhärtungen beziehungsweise vergrößerte Lymphknoten feststellen.

Tastbare Lymphknoten können zahlreiche harmlose Ursachen haben und beispielsweise auch im Zusammenhang mit Infekten auftreten. Neu auftretende oder anhaltende Veränderungen sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden.

Jetzt die Seite wechseln

Anschließend führen Sie dieselben Schritte an der rechten Brust durch.

Heben Sie den rechten Arm über den Kopf und untersuchen Sie die Brust mit der linken Hand. Tasten Sie wieder systematisch von der Achsel in Richtung Brustwarze und arbeiten Sie sich durch die gesamte Brust.

Danach stützen Sie die Brust von unten und untersuchen auch tiefer liegende Bereiche. Zum Schluss wird auch die rechte Achselhöhle vorsichtig abgetastet.

© Getty Images

Worauf sollte man beim Brust-Check besonders achten?

Neben einem neu tastbaren Knoten gibt es weitere Veränderungen, die medizinisch abgeklärt werden sollten. Dazu gehören etwa neu aufgetretene Verhärtungen, Veränderungen der Brustform oder -größe, Einziehungen oder Veränderungen der Haut, Auffälligkeiten an der Brustwarze sowie ungewöhnliche Flüssigkeitsabsonderungen. Auch länger anhaltende Schmerzen oder ein ungewohntes Spannungsgefühl können ein Grund sein, ärztlichen Rat einzuholen.

Grundsätzlich gilt: Nicht jede Veränderung bedeutet Brustkrebs. Viele Knoten oder Veränderungen haben gutartige Ursachen. Trotzdem sollte eine neu aufgetretene Auffälligkeit nicht ignoriert werden.

Brustkrebsmonat als Erinnerung an die Vorsorge

Der Brustkrebsmonat im Oktober soll daran erinnern, die eigene Brustgesundheit nicht aufzuschieben. Wer regelmäßig selbst tastet, entwickelt mit der Zeit ein besseres Gefühl dafür, welche Strukturen normal sind und welche Veränderungen neu auftreten.

Der Check lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren – etwa nach dem Duschen oder beim Eincremen. Entdecken Sie dabei etwas, das Ihnen ungewöhnlich vorkommt, oder sind Sie unsicher, sollten Sie sich an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt wenden.

Wichtig: Selbstabtastung ersetzt keine Vorsorge

So sinnvoll es ist, die eigene Brust zu kennen: Die Selbstuntersuchung ist kein Ersatz für medizinische Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen.

Empfohlene frauenärztliche Kontrollen sowie je nach Alter und individuellem Risiko Untersuchungen wie die Mammografie sollten weiterhin wahrgenommen werden.

Der Brust-Check zuhause ist vielmehr eine zusätzliche Möglichkeit, Veränderungen des eigenen Körpers früh wahrzunehmen – und im Zweifel rechtzeitig ärztlich abklären zu lassen.