Verlängerung droht

Bundesheer-Reform: Immer mehr flüchten zum Zivildienst

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Die geplante Reform beim Wehrdienst zeigt bereits deutliche Auswirkungen in Österreich. Nach der Einigung auf einen Entwurf melden sich auffallend viele junge Männer zum Zivildienst an.
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Der Entwurf zur Reform beim Wehrdienst galt als eines der heikelsten politischen Vorhaben der Koalition. Ende Juli konnte schließlich eine Einigung erzielt werden. Obwohl für die erforderliche Zweidrittelmehrheit noch verhandelt und gestritten wird, zeigen die Pläne bereits Wirkung. Es ist genau jener Reflex eingetreten, den die ÖVP wochenlang vermeiden wollte. Direkt nach der Präsentation des Entwurfs beim Sommerministerrat Ende Juli meldeten sich zahlreiche junge Männer zum Zivildienst an, um diesen in der bisherigen Dauer zu absolvieren.

Zahlen steigen bereits stark an

Mit Stand Freitag lagen bereits 825 Zivildiensterklärungen vor. Im gesamten August des Vorjahres waren es 874 Anträge. Damit ist der Wert des Vorjahresmonats zweieinhalb Wochen vor Ende des Monats fast erreicht. Der gewählte Zeitpunkt kommt keineswegs überraschend. Wer den Dienst in der kürzeren Variante ableisten möchte, reagiert sofort, bevor die geplante Reform in Kraft treten könnte und den Vorhaben der Koalition aus FPÖ und/oder Grünen zur nötigen Zweidrittelmehrheit verholfen wird.

Monatelange Verhandlungen in der Koalition

Hinter dem Entwurf liegt ein langes politisches Ringen. Die ÖVP bevorzugte das Kommissionsmodell "8 plus 2" und wollte den Zivildienst auf zwölf Monate verlängern, damit dieser im Vergleich zum Heer nicht zu attraktiv bleibt. Die SPÖ schlug das Modell "6 plus 2" vor, während die NEOS ein reines Freiwilligenmodell präferierten. Kanzler Christian Stocker brachte schließlich die Variante "6 plus 3" ein. Beim Grundwehrdienst gab es eine Einigung, beim Zivildienst geriet der Prozess jedoch ins Stocken.