Obst-Tipp
Darum sollte man Traubenkerne nie ausspucken
Tafeltrauben gehören neben Äpfeln und Bananen zu den beliebtesten Obstsorten. Wer die Kerne mitisst, nimmt deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe auf, als viele ahnen. Eine Studie zeigt, welche Stoffe im Kern stecken. In den kleinen Kernen von Weintrauben sammeln sich besonders viele Polyphenole. Sie gehören zur Gruppe der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die Pflanzen zur Abwehr gegen Fressfeinde und Krankheitserreger bilden. Beim Menschen wirken sie unter anderem entzündungshemmend und unterstützen das Herz-Kreislauf-System.
Eine Studie des spanischen Forschungsinstituts ICTAN weist darauf hin, dass Traubenkerne für gewöhnlich einen hohen Anteil dieser Verbindungen enthalten. Wer die Kerne mitisst, führt seinem Körper zusätzliche Antioxidantien zu, die beim reinen Fruchtfleisch verloren gehen. Auch in Österreich ist der bewusste Verzehr von Obst ein Thema.
Gut für die Verdauung
Neben Polyphenolen liefern Traubenkerne Ballaststoffe, die sich positiv auf die Verdauung auswirken. Ernährungsexpertin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) macht deutlich: "Für gesunde Menschen empfehle ich, Trauben mit Kernen zu essen."
Der Grund liegt in den enthaltenen Gerb- und Ballaststoffen, die die Verdauung anregen. Am besten funktioniert das, wenn die Traubenkerne zerbissen werden. Bei bestimmten Darmerkrankungen sollten Betroffene dagegen lieber auf kernlose Trauben zurückgreifen und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
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Auch kernlos ist gesund
Wer lieber zur kernlosen Variante greift, muss nicht auf positive Effekte verzichten. Die genannte Studie untersuchte sechs kernlose Sorten. Rote und schwarze kernlose Sorten zeigten ebenfalls ein hohes Potenzial, den Antioxidantien-Gehalt der Ernährung zu steigern. Auch nach einer simulierten Verdauung blieb bei diesen Sorten ein Großteil der antioxidativen Wirkung erhalten, wie die Forscher im Fachjournal "Foods" feststellten.
Die Studie unterschied zwischen drei Farbtypen kernloser Trauben: Weiße Sorten (Autumn Crisp, Pristine) zeigten die geringste antioxidative Wirkung. Rote Sorten (Scarlotta, Crimson) boten einen hohen Gehalt an Flavonolen. Schwarze Sorten (Adora, Melody) erwiesen sich als reich an Anthocyanen und wiesen die höchsten Antioxidantien-Werte auf.
Trauben richtig waschen
Vor dem Verzehr gehört gründliches Waschen unter warmem, fließendem Wasser dazu. Trauben werden im konventionellen Anbau häufig mit Schwefel behandelt, der ihre Haltbarkeit verbessert und für den unangenehmen Geruch an den Fingern sorgen kann. Beim Waschen verflüchtigt sich dieser Geruch weitgehend.