Draußen fallen die Temperaturen, drinnen steigen die Heizkosten. Wenn wir im durchgefroren nach Hause kommen, drehen viele von uns die Heizung instinktiv voll auf Stufe 5 auf. Der logische Gedanke dahinter: "Dann wird es schneller warm!" Doch das ist ein teurer Irrtum.
Stufe 5 macht nicht schneller warm
Es ist der wohl am weitesten verbreitete Mythos beim Heizen: Ein Raum wird schneller warm, wenn das Thermostat auf der höchsten Stufe steht. Falsch! Ein Heizungsthermostat ist kein Gaspedal. Es regelt nicht die Geschwindigkeit, mit der sich der Raum aufheizt, sondern misst die Raumtemperatur und gleicht sie mit der eingestellten Zieltemperatur ab.
Egal, ob du das Thermostat auf Stufe 3 oder 5 stellst: Das heiße Wasser strömt am Anfang in derselben Geschwindigkeit in den Heizkörper. Das große Problem bei Stufe 5: Das Ventil bleibt einfach so lange geöffnet, bis der Raum brütende 28 Grad Celsius erreicht hat. Das ist nicht nur unangenehm und ungesund für das Raumklima, sondern treibt auch deine Heizkosten völlig sinnlos in die Höhe.
Darum ist Stufe 3 ideal
Die ideale Einstellung für deine Wohnräume ist in den allermeisten Fällen die goldene Mitte: Stufe 3. Jeder Strich und jede Ziffer auf dem Thermostat steht für eine bestimmte Ziel-Temperatur. Stufe 3 entspricht in der Regel genau 20 Grad Celsius.
Das ist genau die Wohlfühltemperatur, die auch Experten empfehlen. Bei dieser Temperatur frierst du nicht, kannst dich entspannt auf dem Sofa zurücklehnen und verbrauchst gleichzeitig keine unnötige Energie. Gut zu wissen: Jedes Grad weniger im Raum spart dir etwa 6 Prozent an Heizkosten ein.
Die Thermostat-Zahlen entschlüsselt
Damit du in Zukunft genau weißt, wie du jeden Raum optimal temperierst, ist hier der kleine Spickzettel dafür, was die Thermostat-Zahlen wirklich bedeuten:
- Schneeflocke / Sternchen: ca. 6 °C (Die reine Frostschutz-Stufe, damit die Rohre bei Abwesenheit oder im Urlaub im Winter nicht einfrieren).
- Stufe 1: ca. 12 °C
- Stufe 2: ca. 16 °C (Die perfekte Temperatur für das Schlafzimmer oder ungenutzte Räume).
- Stufe 3: ca. 20 °C (Die goldene Wohlfühl-Mitte für Wohn- und Esszimmer)
- Stufe 4: ca. 24 °C (Ideal für das Badezimmer, wo man es nach dem Duschen gerne kuschlig warm hat).
- Stufe 5: ca. 28 °C (Verschwendung pur und im normalen Wohnraum völlig unnötig)
Meistens findest du zwischen den Zahlen noch drei kleine Striche. Jeder dieser Striche erhöht die Temperaturangabe um genau ein weiteres Grad Celsius.
Extra-Hacks für noch mehr Ersparnis
Neben der Stufe 3 gibt es noch ein paar einfache Alltags-Tricks, um das Maximum aus deiner Heizung herauszuholen:
Luft zum Atmen lassen: Verstecke deine Heizkörper nicht hinter dicken Vorhängen, Verkleidungen oder großen Möbeln. Nur wenn die Luft frei zirkulieren kann, verteilt sich die Wärme optimal im Raum.
Stoßlüften statt Kippfenster: Vermeide es, Fenster dauerhaft auf "Kipp" stehen zu lassen. Das wirft deine Energie buchstäblich aus dem Fenster. Setze stattdessen auf Stoßlüften: 5 bis 10 Minuten das Fenster komplett aufreißen (und das Thermostat in dieser Zeit kurz runterdrehen). Das sorgt für frische Luft und beugt Schimmel vor, ohne dass die Wände auskühlen.
Heizung entlüften: Wenn es im Heizkörper hörbar gluckert, ist zu viel Luft im System. Das Wasser kann sich nicht verteilen und die Heizung wird nicht richtig warm. Einmal im Jahr zu Beginn der Heizperiode zu entlüften, wirkt oft Wunder.
Türen zu: Halte die Türen zu kühleren Räumen wie dem Schlafzimmer oder dem Flur geschlossen. So verhinderst du, dass die gemütliche 20-Grad-Wärme aus dem Wohnzimmer einfach verfliegt.