"Budget auf Kurs"

Defizit: Finanzministerium verrechnet sich um 600 Millionen Euro

© APA/ROLAND SCHLAGER
Dem Ministerium, das für die Staatsfinanzen zuständig ist, passierte heute ein 600-Millionen-Euro-Rechenfehler.
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Wien. Wo gehobelt wird, fliegen Späne. So lautet das Sprichwort, das wohl jeder kennt. Auch im Finanzministerium wird fleißig gearbeitet und auch hier passiert schon mal ein Hoppala. In diesem Fall ist der Rechenfehler besonders groß. Denn die Hüter der Staatsfinanzen verrechneten sich in einer Aussendung um 600 Millionen Euro.

Der Fauxpas passierte bei der Veröffentlichung der neuen Budgetprognose. In einer ersten Mitteilung wurde das gesamtstaatliche Defizit für das Jahr 2026 noch mit 21,4 Milliarden Euro angegeben. Dieser Wert stellte sich jedoch als falsch heraus und musste kurz darauf revidiert werden.

Korrektur nach dreieinhalb Stunden

Etwa dreieinhalb Stunden nach der ursprünglichen Aussendung folgte die Berichtigung aus dem Ministerium. Tatsächlich beläuft sich das erwartete Defizit für 2026 auf 22 Milliarden Euro, was weiterhin 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.

Budget bleibt "auf Kurs"

Trotz der Korrektur um 600 Millionen Euro betont das Ressort: "Österreich bleibt mit seinen Budgetzielen weiterhin auf Kurs. Dennoch: Das Umfeld für den Bund ist weiter herausfordernd, zusätzliche finanzielle Spielräume sind nicht vorhanden."

Grundlage für die Anpassungen sind aktuelle Berechnungen der Statistik Austria, wonach das BIP für 2025 etwas höher ausfiel als zuvor angenommen. Diese leichte Verbesserung schlägt sich auch im Jahr 2026 nieder. Das Defizit von Bund und Sozialversicherung liegt unverändert bei 3,1 Prozent des BIP – derselbe Wert wie in der Einschätzung vom März 2026, trotz Belastungen durch Dürrehilfen und der aktuellen Arbeitsmarktlage.

Marterbauer: Verringern "wie geplant das Defizit"

Finanzminister Markus Marterbauer sagt über das erwartete Budgetdefizit: "Die Budgetsanierung ist auf Kurs, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage, trotz des Irankriegs und der Energiekrise, trotz zusätzlicher Ausgaben wie den Dürrehilfen. Wir verringern Schritt für Schritt wie geplant das Defizit. Unsere Wirtschaftspolitik wird insgesamt nur erfolgreich sein, wenn wir es schaffen, nicht nur das Defizit zu reduzieren, sondern auch die Inflation, die Arbeitslosigkeit und die Treibhausgase."