"Schulstreik"

Demo gegen Kopftuchverbot in Wien geplant

© Getty Images
Am 9. Oktober soll auf der Mariahilfer Straße im 7. Wiener Gemeindebezirk eine Demonstration gegen das neue Kopftuchverbot an österreichischen Schulen stattfinden.
Zur Vollversion des Artikels

Mit dem Wintersemester, das am 7. September beginnt, tritt eine neue Regelung in Kraft: das Kopftuchverbot an österreichischen Schulen. Seit dessen Bekanntwerden löst es zum Teil heftige politische Debatten aus - in sozialen Medien ebenso wie in der analogen Welt. Vor diesem Hintergrund ist für den 9. Oktober am Bundesländerplatz auf der Mariahilfer Straße in Wien eine Demonstration geplant. Initiiert und unterstützt wird sie von Gegnern des Kopftuchverbots, die von linksgerichteten Organisationen (unter anderem KJÖ, RKP, SJ) bis hin zu Befürwortern des politischen Islams reichen.

Dabei wird schon lange vor dem geplanten Protest mobil gemacht. Die Initiative "Nein zum Kopftuchverbot" (ein Bündnis aus 20 Organisationen) etwa rief bereits im Februar sowie im Juni dieses Jahres zu Demonstrationen gegen besagtes Verbot auf. Zudem finden am 3. und am 23. September öffentliche Infoveranstaltungen (in Form von Seminaren und Webinaren) für Eltern, Schüler und Lehrkräfte statt, die vorführen sollen, wie ein Boykott - inklusive Umgehungs- und Verzögerungstaktiken - vonstattengehen kann.

Die Stimmung ist - vor allem in der Bundeshauptstadt - entsprechend aufgeheizt. Während die österreichische Regierung mit dem Verbot Mädchen vor religiösem, familiärem oder sozialem Druck schützen und ihnen bis zum 14. Lebensjahr eine freie Entwicklung ermöglichen will, sehen die Gegner darin einen Eingriff in die Religionsfreiheit und warnen vor einer zunehmenden Ausgrenzung muslimischer Familien. Damit droht ein gefährlicher Polit- und Religionsstreit zu entfachen, der stellvertretend auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wird.