Wie gut ist Österreichs Gebäck-Klassiker, die Semmel, wirklich? Der VKI hat in Kooperation mit Agrarmarkt Austria den großen Test gemacht und 25 Semmeln aus Wien und Niederösterreich auf Herz und Nieren geprüft. Darunter befanden sich Kaiser- und Lang-Varianten, Knopf- und Handformen sowie Aufbackprodukte. Das erfreuliche Resultat: 24 der Artikel schnitten mit "gut" oder "sehr gut" ab. Lediglich ein einziges Produkt konnte im Test nicht ganz überzeugen.
Semmel fällt im Test durch
Nur ein Supermarkt-Produkt verpasste ein gutes Gesamturteil. In der Verkostung durch Experten fielen Geruch und Geschmack als leicht fremdartig auf. Auch Laien beschrieben das Gebäck als trocken, zäh sowie teils säuerlich oder alkoholisch riechend. Da die Teiglinge in vielen Supermarktfilialen tiefgekühlt geliefert und vor Ort aufgebacken werden, geht man von einer Ausnahme aus: Es kann zu Fehlern bei der Lagerung oder beim Backprozess in der besuchten Filiale gekommen sein.
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VKI prüft Semmel im Labor
Die Analysen verliefen ansonsten weitgehend unauffällig. Es gab keine Beanstandungen bei unerwünschten Keimen oder Schimmelpilzgiften. Etwas Verbesserungsbedarf zeigte sich jedoch beim Salzgehalt. Die gemessenen Werte lagen durchschnittlich 13 Prozent über den Angaben der Hersteller, in einem Fall sogar fast 60 Prozent. Ein durchschnittliches Stück liefert etwa ein Gramm Salz. Damit deckt es bereits 20 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen maximalen Tagesmenge für Erwachsene ab.
Von 24 Herstellern erhielt der VKI Rückmeldungen zu den verwendeten Rohstoffen. Alle gaben an, Mehl aus heimischem Getreide zu verarbeiten. Lediglich die Bäckerei Öfferl ließ die Anfragen zur Herkunft unbeantwortet. Unterschiede zeigten sich zudem bei den Produktinformationen. Während Zutatenlisten im Supermarkt oft zugänglicher sind, fehlen häufig Angaben zum Stückgewicht, was den Preisvergleich enorm erschwert. Teresa Bauer fasst zusammen: "Der Test zeigt: Wer in Österreich zu einer Semmel greift, erhält in den allermeisten Fällen ein hochwertiges Produkt." Die geschmacklichen Favoriten müsse jedoch letztendlich jeder für sich selbst finden.