Kritik an Politik

"Der Staat will es unter den Teppich kehren"

© Instagram/michael_kyrath
Der österreichische "Mindgames Podcast" von Lukas Riegler widmet sich einem tiefgreifenden Schicksalsschlag. Michael Kyrath spricht über den gewaltsamen Tod seiner Tochter Ann-Marie.
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Lukas Riegler, der in Österreich bereits mit Gästen wie Patrick Wimmer, Thomas Morgenstern, Hannes Reichelt und ZIB-Moderator Stefan Lenglinger hohe Reichweiten generierte, empfängt diesmal Michael Kyrath. Dabei wird beleuchtet, wie es dem Vater drei Jahre nach dem Schicksalsschlag geht, welche Enttäuschungen er durch Politiker erlebte und wie er heute betroffenen Eltern beisteht.

Ein Leben nach der Tragödie

Im Jänner 2023 verlor Michael Kyrath seine 17-jährige Tochter Ann-Marie. Sie wurde gemeinsam mit ihrem Freund Danny in einem Regionalzug nahe Brokstedt (Schleswig-Holstein) Opfer eines Messerangriffs. Der Täter, ein staatenloser Palästinenser, hätte sich gar nicht mehr im Land aufhalten dürfen. Wie Kyrath im aktuellen Ankündigungs-Clip zur Sendung erzählt, sei der Mann erst fünf Tage zuvor aus der Haft entlassen worden, weil er bereits zuvor jemanden attackiert hatte.

Kyrath erzählt: "5 Tage vorher ist er aus der Haft entlassen worden, weil er schon mal jemanden ein Messer in den Hals gerammt hat."

Kampf für mehr Sicherheit

Aus diesem Trauma heraus versucht der Opferhelfer aus Elmshorn heute, die Öffentlichkeit für Messergewalt zu sensibilisieren. Er ist Initiator der "Trauerwache Deutschland", kämpft für mehr Sicherheit und hilft Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Gleichzeitig erhebt der Vater massive Vorwürfe gegen politische Entscheidungsträger und prangert an, dass aus vergleichbaren Gewalttaten keine ausreichenden Maßnahmen abgeleitet werden.

Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack, der Bürgermeister von Brokstedt Clemens Preine, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Michael Kyrath, Vater eines der bei dem Angriff getöteten Opfer, nehmen am 25. Januar 2024 am Jahrestag des tödlichen Messerangriffs in einem Regionalzug in Brokstedt, Norddeutschland, an einer Gedenkfeier für die Opfer in der evangelischen Kirche von Brokstedt, Norddeutschland, teil. Ein Jahr nach dem Tag des Messerangriffs in einem Regionalzug zwischen Kiel und Hamburg, bei dem zwei Menschen getötet und weitere verletzt wurden, wurde ein Gedenkgottesdienst für die Opfer abgehalten. © AFP

Schwere Vorwürfe an Politiker

Im Zusammenhang mit einer weiteren Messerattacke in Trier Mitte Juli dieses Jahres erklärte er gegenüber der "Bild", dass es sich bei solchen Taten nicht um Einzelfälle handle. Es sei stets dasselbe Täterprofil, doch am Ende folgten von den Verantwortlichen immer nur dieselben Floskeln. Im Gespräch mit Lukas Riegler wird Kyrath noch deutlicher und wirft dem Staat vor, die Thematik unter den Teppich kehren zu wollen. Wenn die Wahrheit wirklich an die Öffentlichkeit käme, würde es für die Politik laut dem Vater "ganz düster aussehen".

Die komplette Folge des Talk-Formats kommt am Sonntag um 9 Uhr online.