Jahrelange Haft:

Deutscher Raser in Österreich verurteilt

© NiesnerTZ/Österreich
Es war eine Wahnsinnsfahrt durch Oberösterreich, ein Bauarbeiter entging knapp dem Tod: Jetzt setzte es 30 Monate Gefängnis für den Raser (30) aus Deutschland. Das Landesgericht Wels hat ihn wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen, das Urteil ist nicht rechtskräftig
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Die A25 bei Terminal Wels ist am 9. Februar wegen Markierungsarbeiten komplett gesperrt. Hunderte Meter Stau. Der Mann aus dem Raum Darmstadt schlängelt sich mit seinem Pkw zwischen den wartenden Autos durch, er nutzt dabei auch den Pannenstreifen – und ignoriert die Polizeisperre samt LED-Warnern. Dann rast er mit 150 km/h in die Baustelle. Ein Arbeiter springt in letzter Sekunde zur Seite. Nur das Folgetonhorn der Polizei soll ihn gewarnt haben. Der Mann kämpft bis heute mit den psychischen Folgen.

30 Monate Haft

Danach beginnt eine Verfolgungsjagd: 160 Kilometer über die A1 bis nach Altlengbach in Niederösterreich. Tempo 200, streckenweise 240. Mehrfach versucht der Audi-Lenker, die Streifenwagen zu rammen. Drei Polizeiautos werden beschädigt. Gestoppt wird er erst, als er nur noch auf der Felge fährt – und selbst dann will der Lenker noch davonlaufen.

Vor Gericht redet der Angeklagte von "finanziellem Stress", seine Schwester spricht von Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Verteidiger Michael Lanzinger bestreitet den Tötungsvorsatz: Sein Mandant habe den Arbeiter nicht gesehen, es sei ein "Tunnelblick" gewesen.

Die Geschworenen sehen das anders – Schuldspruch mit 6:2. Neben versuchtem Mord stehen Widerstand gegen die Staatsgewalt, versuchte schwere Körperverletzung, schwere Nötigung und Sachbeschädigung. Eigentlich drohten mindestens zehn Jahre. Wegen Geständnis, Unbescholtenheit, dem Versuch statt Vollendung und eingeschränkter Zurechnungsfähigkeit milderte das Gericht außerordentlich auf 30 Monate Haft. Ob das Urteil hält, entscheiden die nächsten Instanzen.