WM-Skandal

Diese Frauen stehen hinter FIFA-Boss Infantino

© APA-Images / AFP / PUNIT PARANJPE
Der Eklat um Donald Trumps Einfluss auf eine Rote Karte bei der WM rückt FIFA-Boss Gianni Infantino erneut ins Rampenlicht. Wie tickt der so kalt wirkende Mann als Ehemann und Vierfach-Vater?
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Donald Trump grinste, Gianni Infantino lächelte mit. Dass der FIFA-Präsident ausgerechnet beim jüngsten WM-Eklat um eine nach Intervention des US-Präsidenten aufgehobene Rote Karte wieder im Zentrum der Debatte steht, überrascht kaum. Seit seinem Amtsantritt 2016 begleitet den Schweizer mit italienischen Wurzeln der Vorwurf, Politik und Fußball enger zu verweben als jeder seiner Vorgänger. Der Funktionär, der einst antrat, die FIFA nach den Korruptionsskandalen der Blatter-Ära zu erneuern, ist heute selbst eine der umstrittensten Figuren des Weltsports. Doch wie tickt der mächtigste Mann im Kicker-Sport privat?

Gianni Infantino mit US-Präsident Donald Trump in Begleitung ihrer Ehefrauen Leena und Melania. © FIFA via Getty Images

Dramatischer Start ins Leben

Geboren wurde Giovanni Vincenzo Infantino am 23. März 1970 im schweizerischen Brig als Sohn italienischer Gastarbeiter. Der Start ins Leben war dramatisch: "Mit meinem Blut war etwas nicht in Ordnung. Man musste bei der Geburt eine Bluttransfusion machen", erzählte er einmal dem "Blick". Als Jugendlicher spielte er beim FC Folgore, für eine Profikarriere reichte das Talent nicht. Stattdessen studierte er Jura in Freiburg und arbeitete als Anwalt, ehe ihn sein Weg zur UEFA führte. Dort stieg er bis zum Generalsekretär auf, bevor er 2016 – auch begünstigt durch die Sperre Michel Platinis – überraschend FIFA-Präsident wurde.

Seine Ehefrau lernte Infantino während seiner UEFA-Zeit kennen. © Getty Images for Global Champions Arabians Tour Miami Beach
“Einen Tag nach dem Tod meines Vaters kamen meine Zwillinge zur Welt.”

Gianni Infantino im Talk mit "Blick"

Privat zeigt sich Infantino deutlich zurückhaltender als auf den großen Fußballbühnen. Seit vielen Jahren ist er mit der Libanesin Leena Al Ashqar verheiratet. Die frühere stellvertretende Generalsekretärin des libanesischen Fußballverbandes lernte er während seiner UEFA-Zeit kennen. Gemeinsam haben sie vier Töchter, die der heute 56-Jährige konsequent aus der Öffentlichkeit heraushält. Nur selten spricht er über seine Familie. Dem Schweizer "Blick" verriet er, dass zwei seiner Töchter, Zwillinge, nur einen Tag nach dem Tod seines Vaters geboren wurden. Ein Schicksalsschlag und Glücksmoment zugleich. 2021 zog die Familie zeitweise nach Katar, wo zwei Töchter zur Schule gingen. Trotz Wohnsitz im WM-Gastgeber betonte Infantino, seine Steuern weiterhin in der Schweiz zu bezahlen.

Sein wichtigster Rückhalt

Als wichtigsten Rückhalt bezeichnet er seine Familie. Und eben diese dürfte der sonst sehr kühl wirkende FIFA-Boss in einsamen Stunden durchaus brauchen. Denn harte Kritik begleitet nahezu jede seiner Entscheidungen seit zehn Jahren. Ermittlungen wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit geheimen Treffen mit dem Schweizer Bundesanwalt wurden 2023 zwar eingestellt, der Imageschaden blieb. Massive Vorwürfe löste auch seine kompromisslose Verteidigung der WM in Katar aus. Und auch die Vergabe für die aktuell laufende Weltmeisterschaft sorgte im Vorfeld für Debatten. Eine Rote Karte der Fußballwelt bescherte ihm nun der Skandal rund Donald Trumps Intervention. Ob er diese noch weglächeln kann, wird sich weisen.