4:1 in Seattle
Trump-Hilfe nutzlos: Belgien wirft USA raus
Belgien hat sich von der Kontroverse um US-Stürmer Folarin Balogun nicht beirren lassen und hat den Lauf der USA bei der Fußball-WM beendet. Die "Roten Teufel" setzten sich im Achtelfinal-Duell mit dem Co-Gastgeber in Seattle 4:1 (2:1) durch. Charles De Ketelaere traf zweimal zur belgischen Führung (9., 33.), Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (93.) ließen keine Zweifel am Sieger aufkommen. Für die USA konnte Malik Tillman (31.) per Freistoß zwischenzeitlich ausgleichen.
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Nach Kanada und Mexiko verabschiedete sich damit auch der dritte Gastgeber dieser WM im Achtelfinale aus dem Turnier. Belgien darf trotz davor durchwachsener Vorstellungen weiter träumen. Am Freitag baut sich im Viertelfinale in Los Angeles nun Europameister Spanien als Gegner des Teams von Trainer Rudi Garcia auf.
Balogun in Startelf, Belgien motiviert
Nach Diskussionen über seinen Einsatz bis zu Spielbeginn stand Balogun wenig überraschend in der Startelf. Der Monaco-Stürmer hatte sich im Turnierverlauf als einer der stärksten Akteure des Gastgebers präsentiert. Seine "Begnadigung" nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Chef Gianni Infantino löste bei Fußball-Experten Ärger und Fassungslosigkeit aus. Belgiens Fußballverband hatte mit Unverständnis auf die Entscheidung reagiert und weitere rechtliche Schritte angekündigt. US-Trainer Mauricio Pochettino sprach hingegen von einer fairen Entscheidung. Vorneweg: Balogun sollte in der Partie kein Faktor werden.
Das belgische Team ging ob der Vorgeschichte offenbar topmotiviert ans Werk. Nach nicht einmal zehn Minuten verstummte der Großteil der 66.925 Zuschauer im Football-Stadion der Seattle Seahawks erstmals. Der in Belgiens Anfangsformation gerückte Nicolas Raskin ließ mit einem kurzen Antritt im Strafraum drei Amerikaner stehen, De Ketelaere vollendete in der Mitte. Die Führung war auch zu diesem Zeitpunkt verdient. Timothy Castagne hatte schon nach 45 Sekunden das Kreuzeck anvisiert, US-Keeper Matt Freese musste eine Flugeinlage einlegen. Youri Tielemans ließ eine weitere Chance aus. Bei den Belgiern saßen neben Jeremy Doku auch die Altstars Kevin De Bruyne und Lukaku nur auf der Bank. Bitter für die Belgier war das Aus für Mittelfeldmann Amadou Onana aufgrund einer Knieverletzung.
US-Team trifft aus dem Nichts und kassiert prompt 1:2
Bei den USA lief wenig zusammen. Nach einer halben Stunde Spielzeit hieß es dennoch 1:1. Balogun holte einen Freistoß heraus, Tillman trat aus rund 20 Metern an. Thibaut Courtois hatte gegen den noch abgefälschten Schuss keine Chance. Während die Fans auf den Tribünen noch feierten, folgte eine kalte Dusche. Leandro Trossard flankte, De Ketelaere setzte sich im Kopfballduell mit US-Kapitän Tim Ream durch - Belgiens Führung war dank des Doppelpacks des Angreifers von Atalanta Bergamo wiederhergestellt. Von Balogun war wie auch von Christian Pulisic wenig zu sehen. Erst in der 45. Minute tauchte der Angreifer nach einem weiten Einwurf gefährlich vor dem Tor auf.
Nach Seitenwechsel kamen die USA druckvoll aus der Kabine. Belgien verteidigte tief, legte mitten in der stärksten Phase der Hausherren nach einem Patzer von Freese aber dennoch nach. Der Schlussmann kam nach einem langen Ball auf De Ketelaere aus dem Tor, der Belgier brachte beim Klärungsversuch des Keepers noch den Fuß dazwischen. Vanaken traf an Ream vorbei ins leere Tor. Der angeschlagene Pulisic musste unmittelbar darauf vom Feld, der US-Elan war dahin. Chancen für eine spannende Schlussphase sollten noch kommen. Sebastian Berhalter schoss aber knapp daneben (79.), dann war Balogun einmal entwischt, Courtois jedoch unüberwindbar (82.). So traf nur noch Belgien: Der eingewechselte Lukaku nutzte einen weiteren Abwehrfehler zum Schlusspunkt.
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