Zwei Minuten vor Mitternacht erschütterte der Knall die Bundeshauptstadt. Von Favoriten über die Innenstadt bis in die Donaustadt berichteten Bewohner von einem gewaltigen "Rums".
Auch im Raum Mödling war der Knall zu hören. "Es klang wie ein Donner, allerdings lauter und länger als ich jemals einen Donner zuvor gehört hatte", schrieb ein Reddit-Nutzer. Er habe zunächst mit einer massiven Explosion gerechnet.
In den sozialen Netzwerken häuften sich kurz darauf ähnliche Berichte. Menschen erzählten von wackelnden Wänden, aufspringenden Katzen und einem Knall, "als würd ein Gebäude einstürzen". Viele stellten dieselbe Frage: Was war da passiert?
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"Wilder Hausrüttler" mit 159 Kiloampere
Die Antwort klingt spektakulär: Ein außergewöhnlich starker Blitz sorgte für den Mega-Donner.
Obwohl in Wien selbst kaum etwas von einem Gewitter zu sehen war, zog im benachbarten Industrieviertel eine kleine Gewitterzelle vorbei. Im Bereich des Kurparks Oberlaa schlug ein Blitz in den Boden ein.
Laut Kachelmannwetter-Blitzortung handelte es sich um einen Erdblitz der Kategorie "wilder Hausrüttler" – und der hatte es in sich. Der Einschlag erreichte eine Stärke von 159 Kiloampere. Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher Blitz kommt meist auf etwa 10 bis 30 Kiloampere. Bereits ab sieben Kiloampere gilt ein Blitz als "starker Knaller".
Stromausfälle und Verkehrsprobleme
Der heftige Einschlag blieb nicht ohne Folgen. Vereinzelt kam es zu Stromausfällen, eine Schrankenanlage in Favoriten fiel aus und auch im Verkehr kam es zu Behinderungen.
"Mich hat's aus dem Bett gerissen!", schilderte Leserreporter Christian Linzer. Auch ein Bewohner des rund fünf Kilometer entfernten Sonnwendviertels berichtete, der Knall habe ihn aus dem Schlaf gerissen: "Das hat sich wie eine Explosion angehört, mir ist das Herz in die Hose gerutscht."
Für viele Wiener dürfte die Nacht damit eine ziemlich unerwartete Schrecksekunde bereitgehalten haben – ausgelöst von einem einzigen, außergewöhnlich starken Blitz.