"Grüne Kannibalin"

DIESES seltene Insekt breitet sich sprunghaft aus

© Getty Images/500px Unreleased
Die Gottesanbeterin breitet sich bei uns sprunghaft aus. Höhere Temperaturen und ein warmer Spätsommer sorgen für deutlich mehr Sichtungen des faszinierenden Insekts.
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Einst galt die Gottesanbeterin als echte Exotin. Mittlerweile hat sich das Bild jedoch gründlich gewandelt. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erfasst auf einem eigenen Online-Portal gesichtete Exemplare und zählt seit Anfang Juli bereits mehr als 15.000 Meldungen (Stand: Mitte August). "Das ist deutlich mehr als im gesamten letzten Jahr", erklärt der Nabu dazu. Verantwortlich für die verstärkten Entdeckungen sind vor allem die steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels sowie der warme Spätsommer.

Furchtlose Jägerin mit Kannibalismus

Auch wenn das Weibchen durch ein auffällig giftiges Grün besticht und das Tier bedrohlich aussehende Fangarme besitzt, geht von ihm keine Gefahr für den Menschen aus. Ganz anders sieht das für Beutetiere aus. Mit ihrem frei beweglichen, dreieckigen Kopf und den ausgeprägten großen Augen geht die Gottesanbeterin äußerst geschickt auf Jagd. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören Spinnen, Wildbienen und Fliegen. Allerdings macht sie auch vor den eigenen Artgenossen nicht halt, da Gottesanbeterinnen Kannibalen sind.

Tödliches Ende nach Paarung

Besonders berüchtigt ist die langbeinige Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) für ihr makabres Paarungsverhalten. Rund ein Drittel der Männchen stirbt direkt nach dem Schöpfungsakt, weil das bis zu acht Zentimeter groß werdende Weibchen den etwa zwei Zentimeter kleineren Partner schlichtweg auffrisst. Die Auswahl der Geschlechtspartner erfolgt über Pheromone, die für das menschliche Auge und die Nase unwahrnehmbar bleiben.

Tipps für richtige Begegnungen

Theoretisch lässt sich das Insekt an jedem trockenen Gebüschrand aufspüren. Ebenso wohl fühlt sich das Tier in Weingebieten. Wer eine Gottesanbeterin im eigenen Garten entdeckt, braucht sich keineswegs zu sorgen. Sie tut niemandem etwas, schätzt jedoch blühende Pflanzen und die dadurch angelockten Insekten. Sollte sich einmal ein Exemplar in geschlossene Räume verirren, tut man ihm einen Gefallen, wenn man es vorsichtig zurück in die freie Natur setzt.