Katastrophale Lage
Dürre zwingt Bauern zu Notverkäufen
Die extreme Dürre stellt bäuerliche Betriebe im ganzen Land vor außergewöhnliche Herausforderungen. Historische Niederschlagsdefizite treffen auf hohe Produktionskosten.
Am Montag wird die Österreichische Hagelversicherung dazu eine erste bezifferte Schadensbilanz vorlegen, die als zentrale Grundlage für weitere Entscheidungen der Bundesregierung und Länder dienen soll.
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Zuvor machten sich Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Nationalratsabgeordneter Georg Strasser auf dem Grünlandbetrieb der Familie Buchner im Bezirk Lilienfeld ein Bild der stark betroffenen Region im Osten Österreichs.
Politische Hilfen und Forderungen
Erste Erleichterungen – etwa beim Agrarumweltprogramm ÖPUL – würden bereits greifen, so das Landwirtschaftsministerium in einer Aussendung. Angesichts der Lage fordern Totschnig und Pernkopf jedoch ein umfassendes Entlastungspaket.
Minister Totschnig kündigte die Arbeit an begünstigten Betriebsmittelkrediten an, während Pernkopf zusätzlich die Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge forderte, um Betriebe zu entlasten und die heimische Lebensmittelversorgung zu sichern.
Rasche und unbürokratische Hilfen
Auch Georg Strasser sieht die heimische Landwirtschaft im Jahr 2026 an ihren Grenzen und pocht auf rasche und unbürokratische Hilfen.
Dank der klaren Unterstützung von Bundeskanzler Christian Stocker geht es laut Totschnig nun vor allem darum, auf den Höfen rasch Liquidität zu sichern.
Existenzkampf auf den Höfen
Die dramatische Situation verdeutlicht der Milchviehbetrieb von Rudolf Buchner in Traisen: Nach 35 Jahren Bewirtschaftung hat er ein solches Ausmaß an Trockenheit noch nie erlebt. Schon beim ersten Grünschnitt gab es bis zu 50 Prozent Ernteausfall, seit Juni konnte gar kein Schnitt mehr eingebracht werden. Die Winterfutterreserven für seine rund 70 Milchkühe müssen bereits jetzt verfüttert werden. Der nötige Zukauf von Futter und Maisflächen verursacht zusätzliche Kosten von 40.000 bis 50.000 Euro.
Futterknappheit und Ernteeinbußen
Besonders im Grünland in Niederösterreich, der Steiermark, dem Burgenland und Oberösterreich fehlen regional bis zu 50 Prozent des üblichen Ertrags.
Reichen die Futterreserven nicht aus, zwingt dies Betriebe zu Tierbestandreduktionen, Notverkäufen und vorgezogenen Schlachtungen.
Auch im Ackerbau schlagen die Bedingungen voll durch: Beim Getreide wird ein Minus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet, zudem drohen deutliche Einbußen bei Mais, Kürbis, Soja und Erdäpfeln.