Bablers TV-Kanal

Ein (!) "FPÖ TV"-Video hat mehr Aufrufe als "SPÖ eins" insgesamt

© APA/HELMUT FOHRINGER
SPÖ-TV kommt nicht recht vom Fleck. Ein einzelnes Video des blauen Konkurrenten hat mehr Aufrufe als der gesamte "SPÖ eins"-Kanal zusammen.
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"Kein BlaBla mit Babler" – mit diesem Format wolle er "jenseits dieser ganzen reißerischen Geschichten, dieser ganzen Fake News, die halt Klicks bringen", über Schlagzeilen aufklären. So fasst es SPÖ-Chef Andreas Babler in einem Interview mit dem parteieigenen TV-Kanal "SPÖ eins" zusammen. Auch im Format selbst beklagt er regelmäßig "reißerische Überschriften".

Und welche Überschriften fallen in diese Kategorie? Schlagzeilen wie "ER überrascht FPÖ-Mann mit DIESEM Geschenk...", "SCHÜLER plante ANSCHLAG" oder "Niemand war auf DIESE FRAGEN vorbereitet" für eine Straßenumfrage dürften wohl definitiv als "reißerisch" gelten. Woher diese stammen? Von Bablers eigenem TV-Kanal "SPÖ eins". Das Parteimedium schlägt nämlich neuerdings einen harten Clickbait-Kurs ein - wohl um die stagnierenden Aufruf- und Abonnenten-Zahlen nach oben zu treiben.

Die letzten SPÖ-Videos mit durchaus reißerischen Schlagzeilen. © SPÖ eins / YouTube

Ein "FPÖ TV"-Video hat mehr Aufrufe als "SPÖ eins" insgesamt

Recht erfolgreich ist das noch nicht. Seit dem Start vor knapp einem Jahr verzeichnet der rote Kanal insgesamt (!) weniger Videoaufrufe (rund 550.000) als das meistgesehene Einzelvideo von "FPÖ TV". Die Freiheitlichen bespielen die Plattform zwar seit über einem Jahrzehnt, doch beim SPÖ-Kanal lassen sich auch kaum Wachstumstendenzen erkennen. Einzig der Umstieg auf mehr Kurz-Videos ("Shorts") anstelle von längeren Formaten dürfte etwas frischen Wind in die Aufrufzahlen bringen. Die Abonnentenzahlen stagnieren aber ziemlich. Die meisten Videos bleiben unter der 1.000er-Marke.

Dieses "FPÖ TV"-Video hat mehr Aufrufe als alle Videos von "SPÖ eins" zusammen. © FPÖ TV / YouTube
Die Abo-Zahlen des Kanals stiegen zuletzt mehr als überschaubar. © vidiq.com

Zum Vergleich: Die SPÖ müsste ihre jährlichen Aufrufzahlen (derzeit rund 550.000) jedes Jahr um rund 43 Prozent steigern, um auf die 186 Millionen Aufrufe der FPÖ in derselben Zeitspanne (rund 14 Jahre) zu kommen.

Auch die Klickzahlen bei Langform-Videos lassen zu wünschen übrig. © vidiq.com

Weitere "kritische" Fragen in dem Babler-Interview auf dem hauseigenen YouTube-Kanal sind übrigens: Was treibt dich politisch an? Gibt's einen Kaffee in der Früh (Antwort: Mindestens zwei) oder: Was tust du persönlich, wenn du was liest über dich, wo du denkst, das stimmt überhaupt nicht?

Lichtblick: Zumindest die Kurzform-Videos ("Shorts") hatten zuletzt mehr Aufrufe. © vidiq.com

Finanziert wird das ganze Unterfangen übrigens über die Parteienförderung, also Steuergeld.