Nachdem Star-Regisseur Christopher Nolan im Sommer mit seiner Verfilmung der klassischen Odyssee einen weltweiten Kino-Hit landete, sparte Elon Musk monatelang nicht mit scharfer Kritik. Auf seiner Plattform X kündigte der Milliardär daraufhin eine eigene, mittels seiner KI Grok generierte Fassung an, die historisch akkurat und dem Werk Homers treu bleiben sollte. Am vergangenen Wochenende wurden nun die ersten sieben Minuten des Kurzfilms veröffentlicht – das Echo im Netz fällt jedoch vernichtend aus.
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Vom Kino-Hit zur digitalen Gegenoffensive
Die Vorgeschichte des Projekts ist von monatelangen Kontroversen geprägt. Christopher Nolans Verfilmung avancierte an den Kinokassen mit einem weltweiten Einspielergebnis von mehr als 1,78 Milliarden Dollar zum erfolgreichsten Werk seiner gesamten Regiekarriere. Musk hingegen wetterte bereits im Jänner gegen die Produktion und behauptete, Nolan habe seine Integrität verloren, nachdem Berichte über das Casting von Lupita Nyong’o als Helena von Troja kursierten. Im Mai pflichtete Musk einem konservativen Kommentator bei, der den Star-Regisseur als Feigling bezeichnete, und verbreitete Verschwörungserzählungen über angebliche Diversitäts-Quoten der Oscar-Akademie.
Erleichterung gab es für Musk zuletzt allenfalls an anderer Stelle: Ein vierstündiger, höchst kritischer Dokumentarfilm von Filmemacher Alex Gibney über den Tech-Milliardär floppte an den Kinokassen komplett und wurde nach nur einer Woche fast flächendeckend aus den Kinosälen genommen. Doch die Freude über diesen Flop währte nur kurz, denn Musks eigene Film-Ambitionen geraten nun selbst unter schweren Beschuss.
Vernichtendes Urteil der Fachkritik
Produziert wurde das siebenminütige Video in Zusammenarbeit mit den KI-Spezialisten von Wonder Studios und Regisseur Dev Walker. Das renommierte britische Blatt The Telegraph sparte in seiner Rezension nicht mit drastischen Worten über das Ergebnis:
- Zombie-Look der Figuren: Das Material sei so verstörend, dass den Zusehern bei der schlampigen Grausamkeit sprichwörtlich die Augen zucken würden.
- Emotionslose Stimmen: Die Figuren mit ihren glasigen Augen und ausdruckslosen Stimmen erinnerten eher an Zombies.
- Fehlende Kontinuität: Die Figur Penelope sehe von Szene zu Szene wie eine völlig andere Person aus.
- Harte Abrechnung: Diese Version der Troja-Saga gehöre mit dem Schwert vernichtet, niedergebrannt und für immer im Wüstensand vergraben.
- Einziger Lichtblick: Lediglich den Schlachtszenen attestierte der Kritiker ansatzweise die epische Wucht von Zack Snyders Historienstreifen 300.
Zuseher verspotten das Projekt als seelenlosen Datenmüll
Auch auf Musks Kurznachrichtendienst X, wo der Clip bis Montag zwar 6,8 Millionen Impressionen sammelte, fielen die Reaktionen extrem ernüchternd aus. Viele Nutzer wiesen darauf hin, dass die Klickzahl angesichts der reinen Scroll-Aufrufe mäßig sei, und ließen kein gutes Haar an der KI-Schöpfung. In den Top-Kommentaren hieß es unmissverständlich: "Verdammte Sch..., das ist absoluter Müll – genau wie erwartet." Ein anderer User kommentierte trocken: "Einfach seelenloser Fraß ohne Sinn und Verstand." Weitere Wortmeldungen spotteten: "Das ist der Odyssee-Flop, den Elon vorausgesagt hat."
Zahlreiche Nutzer bemängelten die hölzerne Darstellung: "Die Unfähigkeit, echte Emotionen durch hochwertiges Schauspiel in Stimme, Haltung und Mimik auszudrücken, lenkt extrem ab." Ein weiterer Zuseher urteilte: "Hier sieht man deutlich, wie sehr Drehbuchautoren und echte Kreativität unterschätzt werden. Das Skript wirkt flach und voller Klischees. Egal wie hübsch man etwas rendert: Es braucht echte Substanz."
Vereinzelt fand sich auch vorsichtiges Lob: "Manche Kleinigkeiten wirken noch wie CGI, aber insgesamt ist es sehr beeindruckend. Ich freue mich auf weitere Episoden und wäre neugierig auf die Prompts." Experten halten fest: Vor einem Jahr hätte das Material aufgrund des Fotorealismus womöglich noch Begeisterung ausgelöst. Heute haben sich Zuseher so rasch an KI-Bilder gewöhnt, dass Musks computergeneriertes Werk lediglich Achselzucken und Hohn erntet.