Der Gaspreis knackt neue Rekordstände – der höchste seit 2022. Zwei Gründe treiben die Notierung über die 100-Euro-Marke: die geopolitische Lage im Nahen Osten, die immer weniger Flüssiggas nach Europa lässt, und der Importstopp russischen Gases, der Österreich besonders trifft. Die Speicher sind nicht voll. Einmal mehr offenbart sich politisches Versagen auf offener Bühne.
Energiepolitik hat nichts mit Moral zu tun. Sie soll Wohlstand sichern. Diese Grundregel haben die Europäische Union und Österreich mit voller Absicht verletzt. Ein sinnloser Wirtschaftskrieg geht ins fünfte Jahr. Sanktionen und die Abkopplung von billigen Energielieferungen aus Russland haben zu diesem energiepolitischen Fiasko geführt. Am Ende zahlen die Kunden in die Tasche. Wohlstand nimmt ab – beim einzelnen Menschen, der seine Heizrechnung fürchtet, und in der Industrie, die unter den hohen Kosten stöhnt und nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Wir stecken in einer teuflischen Abwärtsspirale, aus der kein moralischer Zeigefinger mehr herausführt.
Herauskommen würde man, indem man wieder auf russische Energieimporte setzt. Wer mit dem Rücken zur Wand steht, sollte moralische Predigten stecken lassen. Das müsste auch die österreichische Bundesregierung endlich erkennen. Zudem treibt der Gaspreis über die Merit Order die Strompreise nach oben. Österreich setzt zwar großteils auf Solar, Wind und Wasserkraft, doch die Preise knallen durch die Decke, weil sie am teuersten Gaspreis hängen. Auch dieser Unsinn hätte längst ein Ende finden müssen. Die Regierung erkennt die Dramatik nicht und lässt die Menschen im Regen stehen.