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Ermittler über Marsalek: "Erfolgreiche Operation" gegen Kurz

© khodorkovsky.com/dossier-center, Fotomontage
Jan Marsalek soll am Sturz von Ex-Kanzler Sebastian Kurz beteiligt gewesen sein. Das legen geheime Ermittlungsakten nahe, aus denen das Axel Springer Global Reporter zitiert. Darin packt der flüchtige Manager über eine Handybeschlagnahme aus.
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Der 1980 in Wien geborene Jan Marsalek ist seit Juni 2020 auf der Flucht, nachdem beim Zahlungsdienstleister Wirecard rund 1,9 Milliarden Euro fehlten. Nun belasten ihn Ermittlungsunterlagen, die dem Axel Springer Global Reporters Network vorliegen. In Nachrichten vom 22. Oktober 2021 an Orlin Roussev – den Anführer eines in Großbritannien verurteilten Spionagenetzwerks – behauptet Marsalek unter dem Decknamen "Rupert Ticz", an einer Operation beteiligt gewesen zu sein. Durch die Beschlagnahme eines Mobiltelefons sei der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz im Jahr 2021 "erfolgreich gestürzt" worden. Kurz war 2017 im Alter von 31 Jahren erstmals Kanzler und damit jüngster Regierungschef der Welt geworden.

Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) . © APA/HANS KLAUS TECHT

Enthüllungen rund um Jan Marsalek

Bei dem Mobiltelefon handelte es sich um das Gerät von Thomas Schmid, dem ehemaligen Spitzenbeamten im Finanzministerium und späteren ÖBAG-Leiter. Das Handy war am 12. November 2019 von österreichischen Ermittlern beschlagnahmt worden. Nach Durchsuchungen im Kanzleramt, Finanzministerium und der ÖVP-Zentrale am 6. Oktober 2021 kündigte Kurz am 9. Oktober 2021 seinen Rücktritt an. 13 Tage später schrieb Marsalek auf Englisch an Roussev: "And the rest of the chats ,killed‘ the chancellor". Zudem erwähnte Marsalek einen Mann, der zeitweise "für uns gearbeitet" habe und Opfer einer "Hexenjagd durch das Team des ehemaligen Kanzlers" geworden sei.

Spionageverdacht und Ermittlungen in Österreich

Österreichische Ermittler halten in den Unterlagen unter der Überschrift "Unterstützung eines fremden Nachrichtendienstes – Einflussnahme auf die österreichische Politik (…)" fest: "Unmissverständlich erklärte MARSALEK, dass 'sie' in einer erfolgreichen Operation den Kanzler 'gestürzt' hätten." Weiter heißt es im Vermerk: "MARSALEK gab somit gegenüber ROUSSEV zu, an der Beschlagnahme dieses Mobiltelefons beteiligt gewesen zu sein." Unklar bleibt, ob sich die Äußerung "für uns" auf Wirecard oder einen russischen Nachrichtendienst bezog. Der britische Labour-Abgeordnete Graeme Downie betonte gegenüber dem "Telegraph": "Letztlich besteht Putins strategisches Ziel darin, Demokratien grundlegend voneinander zu spalten." Zudem erklärte Downie: "Wir erleben dort den Versuch, die Demokratie zu destabilisieren."

Zehn Jahren und acht Monaten Haft

Roussev wurde in Großbritannien zu zehn Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Im Mai 2025 enthüllte der "Telegraph" zudem, dass drei Mobiltelefone hochrangiger Beamter des österreichischen Innenministeriums nach Russland gelangten.