Bewerbungen

Ex-Millionäre & Häftlinge: Ansturm auf Mucha-Schloss

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Die Saga um die Suche nach einem passenden Statthalter für Schloss Drasing geht in die nächste spektakuläre Runde. Nach dem viralen Aufruf von Verleger-Mogul Christian W. Mucha qualmt im Hause des Medienprofis das digitale Postfach.
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Das Gesuch um die Pflegschaft über das Kärntner Renaissance-Juwel hat in den unterschiedlichsten Milieus der Gesellschaft wahre Sehnsuchtswellen losgetreten. In Muchas virtuellem Posteingang stapeln sich Biografien, die mühelos als Vorlage für ein Dutzend Dramen herhalten könnten. "Bei uns trudeln absolut verrückte Bewerbungen ein – die Bandbreite reicht von gescheiterten Ex-Millionären bis hin zu geläuterten Ex-Häftlingen, die händeringend nach einer zweiten Chance suchen", gewährt der Schlossherr amüsiert Einblicke in das bunte Sammelsurium.

Die verlockende Perspektive, auf einem geschichtsträchtigen Schlossgut im Kärntner Seengebiet – nebst idyllischem Park, privatem Badesee und adrettem Personalhaus – ein völlig neues, erhabenes Kapitel aufzuschlagen, entfaltet auf Aussteiger, Lebenskünstler und Glücksritter aller Couleur eine magische Anziehungskraft. Dass derart konträre Existenzen nach den Schlüsseln zum Schlossgarten greifen, überrascht selbst den verlegerischen Routinier.

Zwischen berührenden Familiendramen und geschäftstüchtiger Kreativität

Doch es sind keineswegs nur exzentrische Glücksritter, die den Schlossherrn derzeit beschäftigen. Neben den schillernden Viten finden sich unter den Zuschriften auch zutiefst bewegende Zeilen. So meldete sich etwa die Tochter einer einstigen Mitarbeiterin, die sich voller Inbrunst gemeinsam mit ihrer gesamten Entourage für das Amt auf Schloss Drasing bewirbt. In einem berührenden Schreiben erinnerte sie daran, wie pietätvoll und anteilnehmend Mucha einst auf den überraschenden Tod ihrer Mutter reagierte. Andere Aspiranten wiederum reichten akribisch ausgearbeitete Businesspläne ein – inklusive feinsinniger Konzepte für Event-Locations oder historische Führungen über das Areal, dessen Wurzeln immerhin bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen mögen.

Wer bekommt die Schlüssel zur herrschaftlichen Residenz?

Trotz des amüsanten Panoptikums in den E-Mails nimmt der Wiener Verleger das Auswahlverfahren alles andere als auf die leichte Schulter. Schließlich gilt es, eine Vertrauensstellung auf seinem heiligsten Privatbesitz zu vergeben. Neben den kuriosen Anekdoten finden sich erfreulicherweise auch zahlreiche hochseriöse Bewerbungen mit fundierter handwerklicher Expertise und der gebotenen Ehrfurcht vor historischer Bausubstanz.

Christian und Ekaterina Mucha vor Schloss Drasing © privat

Gemeinsam mit seinem Stab steht Mucha in den kommenden Wochen vor der Mammutaufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen und die vielversprechendsten Kandidaten zur Audienz zu bitten. Welcher außergewöhnliche Charakter am Ende tatsächlich die Schlüssel zum Personalhaus überreicht bekommt, künftig das gestellte Wirtschaftsfahrzeug über die Schlosspfade steuern darf und als "guter Geist" über Wörthersee-Park und Gemäuer wacht, bleibt vorerst die wohl spannendste Personalentscheidung des Kärntner Sommers.