Machtkampf um Millionen. Ex-ORF-General Roland Weißmann geht am Arbeitsgericht Wien schon bald ein und aus. Es geht um seine Entlassung rund um die Affäre mit einer ORF-Mitarbeiterin und pikante Chats, die jetzt alles ganz anders erscheinen lassen...
- Im gigantischen Streit geht es um rund vier Millionen Euro, die Weißmann vom ORF als Entschädigung fordert – für entgangene Gehalts- und Pensionsansprüchen, seinen ruinierten Ruf, fehlende Job-Chancen in der Zukunft etc.
- Mittlerweile bahnt sich offenbar ein Vergleich des ORF mit dem früheren Chef an, der den Sender Millionen kosten könnte... Bevor der ORF die Prozesse hochkant verliert, könnte man sich bei 2,5 Millionen Euro mit dem ehemaligen Chef einigen“, mutmaßt ein Medien-INSIDER gegenüber oe24.
- Die Summe von 2,5 Millionen Euro für einen Vergleich klingt hoch, dem Sender könnten bei Verlust der Prozesse – neben vielen Rechtskosten aber auch mindestens vier Millionen Euro aan Entschädigung für Weißmann entstehen.
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“Eine Neubewertung der Sach- und Rechtslage ist unausweichlich, will sich der ORF nicht dem Eindruck aussetzen mit zweierlei Maß zu messen.”
Weißmann-Anwalt Oliver Scherbaum
Vor zehn Tagen nahm Stiftungsrat Peter Westenthaler Einblick in die Chats, sah Weißmann entlastet. Mittlerweile haben zahlreiche Medien darüber berichtet: Was im Falter einst wie eine klare Belästigung wirkte, gibt nun ganz anderes Bild ab.
Seit die Polizei zwei Handys der ORF-Mitarbeiterin vor dem Haus des damals noch nicht freigestellten ORF-Gagenkaisers Pius Strobl beschlagtnahmt hatte, wurden in einem Zwischenbericht ein Tagebuch ausgewertet, intime Fotos und aufgezeichnete Telefongespräche...
“Ich war verheiratet - 3 spurig gefahren. Ab wann wusste ich, dass es kippt?”
Tagebuch der ORF-Mitarbeiterin, veröffentlicht in Medienberichten
"Ich war verheiratet – 3 spurig gefahren. Ab wann wusste ich, dass es kippt?", soll die ORF-Affäre Weißmanns ins Handy getippt haben. Sie erwähnte im Tagebuch wohl auch Pius Strobl: "Pius weiß, wie Männer ticken und wie sie begrapschr" (sic)...
Anwalt: "ORF muss Rechtslage neu bewerten"
Wie Weißmann-Anwalt Scherbaum zu oe24 sagt, sei "eine Neubewertung der Sach- und Rechtslage, will sich der ORF nicht dem Eindruck aussetzen mit zweierlei Maß zu messen, unausweichlich." Am Küniglberg selbst wird die Affäre von Rechtsexperten genau bewertet... Bisher hieß es vom ORF: "Die Kündigung war rechtskonform".
Compliance-Check des ORF und 4.000 Chats
"Der Vorwurf der sexuellen Belästigung war von Beginn an immer falsch. Das ergab auch die interne Compliance Untersuchung des ORF – nun ist er dank der vollständigen Vorlage von fast 4.000 Chatnachrichten gänzlich ausgeräumt", sagt Weißmann-Anwalt Scherbaum. Weißmann sprach zu Beginn bereits von einer möglichen Intrige, jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien in diesem Fall u.a. wegen schwerer Erpressung gegen die ORF Mitarbeiterin und ihren Anwalt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Das Verfahren ist brisant.
Die rund 4.000 Chats, die öffentlich diskutiert werden, bestätigen laut Weißmann-Anwalt Scherbaum "eine wechselseitige Beziehung", die ORF-Mitarbeiterin sei nicht sexuell belästigt worden, sondern habe von sich aus 18 Fotos in kurzem Rock an Weißmann geschickt. Ebenso wie Herzerl-Emojis, Einladungen und "Oooh Roli."