Polizei ermittelt

Feuer an Umspannwerk – wieder Sabotage?

© Getty Images
Innerhalb weniger Stunden kam es in Deutschland zu zwei bedenklichen Vorfällen an Umspannwerken. Nach möglichen Sabotage-Akten am Stromnetz ermittelt nun die Polizei auf Hochtouren.
Zur Vollversion des Artikels

Deutschland. In der Nacht zu Montag griff auf einer Baustelle in der Bissingzeile im Berliner Bezirk Mitte ein Feuer auf ein Umspannwerk über. Gegen 2 Uhr morgens rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot aus, um die empfindliche Infrastruktur vor den Flammen zu schützen. Bislang wurden keine Stromausfälle gemeldet. Laut Agenturmeldungen wurde ein Teil des Umspannwerkes beschädigt. Die Ursache des Brandes ist noch völlig unklar, weshalb die Polizei das Gelände weiträumig absperrte und Ermittler das Areal nun akribisch untersuchen, wie "Bild" online berichtet.

Loch im Zaun entdeckt

Laut der des deutschen Portals ereignete sich bereits am Sonntagabend ein weiterer Vorfall am Umspannwerk Niederrhein in Wesel (NRW). Zahlreiche Einsatzkräfte umstellten das weitläufige Gelände der RWE-Anlage, ein Hubschrauber kreiste über dem Bereich. Auslöser waren festgestellte Unregelmäßigkeiten: Bei einer ersten Überprüfung fanden die Beamten ein Loch im Sicherheitszaun, durch das Unbekannte offenbar auf das Gelände eingedrungen waren. Ob es an den technischen Anlagen zu Manipulationen oder Beschädigungen kam, wird derzeit noch erhoben. Die Polizei nannte vor Ort zunächst keine näheren Hintergründe.

Fahndung nach einem Tatverdächtigen

Zuletzt kam es bereits zu einer Reihe von versuchten Sabotageaktionen an Hochspannungsleitungen und Umspannwerken. Betroffen waren unter anderem Anlagen in Brandenburg (Turnow-Preilack), Nordrhein-Westfalen (Bergheim, Dormagen) und Sachsen (Görlitz, Bautzen). Im Rahmen dieser Vorfälle fahnden die Ermittlungsbehörden seit Tagen intensiv nach dem 48-jährigen Daniel V., der tatverdächtig ist – oe24 berichtete. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Polizei fahndet jetzt mit Foto nach dem mutmaßlichen Strom-Saboteur Daniel V. (48) © Polizei NRW

Hinweise aus der Bevölkerung

Am Samstag veröffentlichten die Behörden einen offiziellen Fahndungsaufruf. Daraufhin meldeten sich bereits Zeugen, wie eine Polizeisprecherin am Sonntag gegenüber "Bild" bestätigte: "Mehrere Menschen haben sich daraufhin gemeldet. Die Hinweise werden geprüft." Die genauen Zusammenhänge der aktuellen Vorfälle bleiben vorerst Gegenstand der laufenden Ermittlungsarbeiten.