Politik vom Fass
Frequency: Parteien füllten Jugendliche mit Alkohol ab
Die JVP begrüßte die Gäste mit „Spritzer-Rucksäcken", die FPÖ setzte gleich noch eins drauf: Mit eigenem Foodtruck und rund 20 Helfern schenkten Freiheitliche Jugendliche Niederösterreich rund 1.500 Getränke aus – „kalte weiße Spritzer" waren der Renner, wie FJ-Bezirksobmann Nikolaus Schmidt stolz verkündet. Dazu gab's Eis, Sonnencreme und Sturmfeuerzeuge gratis, über 600 Goodie-Sackerl waren nach nur zwei Stunden vergriffen.
Wahlkampf mit Wein-Soda statt Argumenten?
Statt mit Inhalten zu punkten, scheinen manche Parteien offenbar lieber auf volle Gläser als auf volle Wahlprogramme zu setzen.
FPÖ-Jugendsprecher Christian Brenner spricht unverblümt davon, man wolle die Jugend „dort abholen, wo sie ist" – offenbar direkt am Ausschank.
Auch die JVP rund um Landesobmann Sebastian Stark und Stadtobmann Lukas Neumeister ließ sich den Auftritt beim größten Jugendevent des Landes nicht entgehen, unterstützt von Vizebürgermeister Florian Krumböck, der den Gästen gleich noch gute Nachbarschaft und Respekt vor der Traisen mit auf den Weg gab.
Der Andrang spricht eine klar Sprache
Ob politische Zukunftsvisionen oder doch eher der nächste Spritzer im Fokus standen, bleibt am Ende wohl Geschmackssache – der Andrang an den Ständen spricht jedenfalls eine klare Sprache.
Konnten die Securities ausreichend Deutsch?
Wiederholt hat sich FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler im Vorfeld für verbindliche Deutsch-Mindeststandards für Security-Personal bei Großveranstaltungen ausgesprochen. Daraufhin beteuerte der Veranstalter des Frequency: Bei uns nicht! Unsere Securities können ausreichend Deutsch.
Nach dem Sturm beim Frequency Festival in St. Pölten zeigt sich FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler merklich verärgert: Am Freitagabend musste das Festivalprogramm wegen akuter Sturmgefahr abgesagt werden, zuvor kam es zu hektischen Räumungen und Verschiebungen. Größere Zwischenfälle blieben zwar aus – laut Besucherberichten sei die Verständigung mit einzelnen Security-Mitarbeitern aufgrund fehlender Deutschkenntnisse aber schlicht nicht möglich gewesen. "Bei einer Großveranstaltung muss im Ernstfall jeder sofort verstehen, was zu tun ist. Wenn Sicherheitskräfte Anweisungen geben sollen, aber selbst kaum Deutsch sprechen, wird aus einem Sprachproblem schnell ein Sicherheitsproblem", ärgert sich Fiedler.