René Benko bekommt die Fußfessel. Der Mann, dessen Signa-Imperium eines der größten Milliarden-Desaster der Zweiten Republik hinterlassen hat, tauscht die Zelle gegen elektronisch überwachten Hausarrest in Innsbruck. Die Gläubiger, die Lieferanten und vor allem die öffentliche Hand bleiben auf den Schulden sitzen. Wir alle zahlen für die Luftschlösser, die er mit dem Gütesiegel der rot-schwarzen Amigos hochgezogen hat.
Alfred Gusenbauer und Susanne Riess-Passer saßen im Aufsichtsrat. Im unmittelbaren Umfeld von Sebastian Kurz wurde das System gepflegt, das Benko groß werden ließ. Wenn es gut lief, war man dabei und profitierte. Wenn das Kartenhaus zusammenbricht, wenden sich alle ab und waren nie dabei. Das ist keine neue Weisheit, aber sie kostet diesmal Milliarden – und die Zeche zahlt nicht der Mann mit dem Netzwerk, sondern der Steuerzahler.
Die Justiz zeigt einmal mehr, wie sie mit großen Kapitalverbrechern umgeht. Karl-Heinz Grasser in Kitzbühel mit Fußfessel, Benko in Innsbruck mit Fußfessel. Der kleine Händler, der seine Haft brav absitzt, hat Pech. Wer Milliarden bewegt und die richtigen Namen im Umfeld hat, genießt Sonderbehandlung. Justiz soll Gerechtigkeit üben und größeren Schaden abwenden. Stattdessen wird sie zum Schauplatz einer Weltanschauung, die vor den großen rot-schwarzen Milliarden-Dieben einknickt.
Man muss sich langsam fragen, was in diesem Staat los ist. Die Antwort ist so zynisch wie das System selbst: Für die Amigos reicht die Fußfessel. Für alle anderen reicht das Recht.