Kältepeitsche

Gewitterlinie fegt über Österreich: Kaltfront bringt Unwetter

© APA/onw-images/Alexander Wolff
Nach der extremen Septemberhitze droht Österreich am heutigen Nachmittag ein schwerer Wetterumschwung. Eine herannahende Kaltfront bringt kräftige Gewitter, heftigen Starkregen, Hagel und Sturmböen ins Land.
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Die Unwetterzentrale (UWZ) hat für weite Teile des Landes bereits die rote Warnstufe ausgerufen. Besonders betroffen ist derzeit der Süden und Südosten, wo sich bereits am frühen Nachmittag eine bedrohliche Gewitterlinie formiert hat. Um Punkt 14:30 Uhr gab die Unwetterzentrale eine offizielle Warnung heraus: "Aktuell bildet sich in der Südoststeiermark eine Gewitterlinie, die sich nordostwärts verlagert. Neben Starkregen und kleinem Hagel sind hier v.a. Sturmböen zu erwarten." Diese Gewitterfront zieht rasch weiter und wird im Laufe des Nachmittags und Abends auch den Osten sowie die Bundeshauptstadt Wien erreichen.

Für die Wienerinnen und Wiener bedeutet das eine rasche Wetterumstellung. Nachdem der Vormittag noch strahlend blau und hochsommerlich warm war, verdunkelt sich der Himmel zusehends. Die herannahenden Gewitterzellen bringen ein hohes Potenzial an Sturmschäden und Überflutungen mit sich. Die Wiener Berufsfeuerwehr und die regionalen Einsatzkräfte bereiten sich auf einen arbeitsreichen Abend vor, da die Sturmböen erhebliche Geschwindigkeiten erreichen können.

Enorme Regenmengen und Hagelgefahr drohen

Die Kaltfront, die von Nordwesten heranzieht, beendet die außergewöhnliche Hitzewelle, die das Land in der ersten Septemberhälfte fest im Griff hatte. Meteorologe Clemens Grohs von Kachelmannwetter warnt vor den massiven Regenmengen, die diese Wetterfront im Schlepptau hat. Laut seinen Berechnungen ist in den kommenden Tagen endlich mit dem dringend benötigten, aber eben auch gefährlich intensiven Regen zu rechnen. Vor allem im Süden Österreichs werden enorme Niederschlagsmengen simuliert.

Besonders in Kärnten spitzt sich die Lage laut den Prognosen zu. Hier rechnen die Experten mit Niederschlägen von 50 bis 80 Litern pro Quadratmeter. Noch extremer könnte es im Bereich der Karawanken werden: Dort werden örtlich sogar über 100 Liter pro Quadratmeter erwartet. Solche Wassermengen in kurzer Zeit können Sturzfluten, Murenabgänge und kleinräumige Überschwemmungen auslösen. Auch Hagel, wenn auch vorerst nur in kleiner Form, bleibt ein ständiger Begleiter dieser Gewitterzellen.

ORF-Meteorologe prophezeit herbstliche Abkühlung

Auch ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber bestätigt den markanten Wetterwechsel, der ganz Österreich erfasst. Heute war im Osten des Landes noch einmal Schwitzen angesagt, mit Spitzenwerten von rund 33 Grad Celsius. "Einmal geht's noch: Heute werden es im Osten etwa 33°. Dann erreicht uns mit ein paar kräftigen Gewittern aber frischere Luft. Ab morgen werden die Temperaturen teils frühherbstlich, teils aber auch spätsommerlich", beschreibt Oberhuber die kommenden Tage. Die extreme Hitze ist damit vorerst Geschichte, und das Land stellt sich auf kühlere Luftmassen ein.

Der morgige Tag bringt somit eine spürbare Abkühlung mit sich. In vielen Tälern und Regionen, die in den letzten Wochen unter der Hitze stöhnten, sinken die Temperaturen drastisch. Während es im Osten noch Reste der wärmeren Luft geben kann, dominiert im Westen und Süden bereits die herbstliche Frische. Dieser Wechsel kommt für die Natur zwar als Segen gegen die Trockenheit, fordert jedoch durch die Wucht der Gewitter auch seinen Tribut.

Wichtige Sicherheitsmaßnahmen bei schweren Gewittern

Aufgrund der akuten Sturm- und Starkregenwarnungen sollten Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gebieten vorsichtig sein. Die Experten empfehlen dringend, folgende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen:

  • Lose Gegenstände sichern: Sichern Sie lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten rechtzeitig vor dem Sturm.
  • Autofahrten vermeiden: Vermeiden Sie während des Unwetters unnötige Fahrten, da Aquaplaning und herabstürzende Äste drohen.
  • Schutz im Gebäude suchen: Suchen Sie bei Nahen des Gewitters umgehend Schutz in geschlossenen Räumen.
  • Abstand halten: Halten Sie im Freien großen Abstand zu Bäumen, Stromleitungen und Baugerüsten.
  • Fenster schließen: Schließen Sie alle Fenster und Außentüren, um Sturmschäden im Wohnbereich zu verhindern.

Wie heftig die Gewitterlinie die Bundeshauptstadt Wien letztlich treffen wird, bleibt abzuwarten. Die Wetterdienste beobachten die Zugbahn der Front sekündlich, um die Bevölkerung rechtzeitig vor extremen Entwicklungen warnen zu können.

Prognose für die kommenden Tagen

Eine Störungszone liegt voraussichtlich am Donnerstag über der Osthälfte Österreichs und mit einem Mittelmeertief ist die genaue Wetterprognose noch sehr unsicher. Voraussichtlich regnet es aber im Osten und Süden noch länger und besonders im Süden auch teilweise kräftig. Im Westen und Norden stellt sich tagsüber eher ein Wechsel aus Sonne, Wolken und Regenschauern ein. Der Wind weht meist schwach bis mäßig, im Osten zeitweise auch lebhaft aus West bis Nordwest. Die Frühtemperaturen erreichen am Donnerstag nur mehr sechs bis 16 Grad, die Tageshöchsttemperaturen 17 bis 23 Grad.

Für Freitag ist die Prognose noch sehr unsicher. Voraussichtlich bringt ein abziehendes Mittelmeertief im Süden und Osten noch dichte Wolken und etwas Regen. Nach Westen zu scheint zeitweise die Sonne und es bleibt trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus West bis Nordwest. In der Früh liegen die Temperaturen bei sieben bis 15 Grad, die Tageshöchsttemperaturen bei 17 bis 23 Grad.