Die Berliner Behörden untersuchen derzeit drei mutmaßlich zusammenhängende Fälle. In allen gibt es Hinweise darauf, dass die Betroffenen zuvor angebliche THC-Gummibärchen gegessen hatten.
Der schwerste Fall ereignete sich am 22. September in Berlin-Neukölln. Einsatzkräfte fanden einen 42-jährigen Mann mit Kreislaufstillstand vor. Die Reanimationsversuche blieben erfolglos. Der Mann starb noch vor Ort.
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Zwei Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen
Bereits vier Tage zuvor kam es in Berlin-Friedrichshain zu zwei weiteren Fällen. Am 18. September wurde eine 30-jährige Frau mit schweren Bewusstseinsstörungen in der Mühlenstraße gefunden.
Nach ersten Erkenntnissen hatte auch sie zuvor vermeintliche THC-Gummibärchen konsumiert. Etwas mehr als eine Stunde später wurden Rettungskräfte erneut zu derselben Adresse gerufen. Ein 40-jähriger Mann zeigte ähnliche Symptome.
Beide Betroffenen wurden ins Krankenhaus gebracht.
Vergiftung zeigt typische Opioid-Symptome
Die Fälle wurden an die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung gemeldet. Sprecherin Dörthe Arnold bestätigte, dass mehrere Fälle bekannt seien, bei denen Menschen vermeintliche THC-Gummibärchen gegessen hätten.
Anschließend sei es zu unterschiedlich starken Vergiftungen mit einem opioiden Toxidrom gekommen. Welche Substanz genau dafür verantwortlich ist, ist derzeit noch nicht geklärt.
Typisch für eine Opioid-Vergiftung sind unter anderem starke Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit, eine langsame oder aussetzende Atmung sowie sehr kleine Pupillen. In schweren Fällen kann es zu Atemstillstand und Tod kommen.
Behörden warnen vor den Süßigkeiten
Die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung reagierte mit einer Warnung. Bezirke, Kliniken und Beratungsstellen wurden vor dem Konsum derartiger Produkte gewarnt.
Bei den beiden Überlebenden soll laut BILD-Informationen das Medikament Naloxon angeschlagen haben. Es kann Opioide von ihren Rezeptoren verdrängen und dadurch insbesondere eine lebensgefährliche Atemdepression aufheben.
Welche Substanz tatsächlich in den Gummibärchen enthalten war, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Bis dahin warnen die Behörden vor dem Konsum solcher vermeintlicher THC-Produkte.