Im Alter von 85 Jahren
Große Trauer: "Jedermann"-Ikone ist tot
Die österreichische Theater- und Filmwelt trauert um einen ihrer prägendsten Regisseure. Gernot Friedel, der über viele Jahre hinweg den Salzburger "Jedermann" leitete, ist im Kreise seiner Familie in Wien im Alter von 85 Jahren verstorben. Die Beerdigung soll im kleinen Kreis in Innsbruck stattfinden.
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Mit Friedel verliert die heimische Theater- und Fernsehwelt einen Regisseur, dessen Inszenierungen über Jahrzehnte hinweg das Publikum begeisterten. Vor allem seine Arbeit bei den Salzburger Festspielen schrieb österreichische Kulturgeschichte.
17 Jahre "Jedermann"
Gernot Friedel wurde am 26. Februar 1941 in Klagenfurt geboren. Er wuchs in Innsbruck auf und studierte am Salzburger Mozarteum und am Max Reinhardt Seminar in Wien. Zunächst wurde er Regieassistent, u.a. von Ernst Haeusserman, von dem er 1984 die Regie im "Jedermann" übernahm, damals mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle. Er verantwortete zwei Neuinszenierungen des berühmten "Spiels vom Sterben des reichen Mannes" am Domplatz, 1990 mit Helmuth Lohner, 1995 mit Gert Voss als Jedermann. 1999 bis 2001 stieg Ulrich Tukur in die bestehende Inszenierung ein.
Friedel arbeitete u.a. auch am Burgtheater, im Theater in der Josefstadt (wo er etwa den "Bockerer" in Szene setzte), an der Volksoper Wien (etwa bei Gottfried von Einems "Dantons Tod") und an der Deutschen Oper Berlin. 2003 sprang er bei den Seefestspielen Mörbisch als Regisseur der Lehár-Operette "Giuditta" ein. Zudem führte er Regie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. 1991 erhielt er für seinen Film "Das Ende einen langen Winters" den Erich-Neuberg-Preis, 2001 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg.