"Mieterschreck-Konzern"

Grüne kritisieren Zeilers Vergangenheit

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"Wer bei einem Mieterschreck-Konzern wie Vonovia Verantwortung übernimmt und dafür über 200.000 Euro kassiert, muss sich Fragen gefallen lassen"
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In der SPÖ richten sich alle Augen auf Sonntag, wo bei einem Treffen zwischen Vizekanzler Andreas Babler und den Länderchefs die mit der Bewerbung Gerhard Zeilers für den Parteivorsitz ausgebrochene Personaldebatte besprochen werden soll. Die Grünen kritisieren indes dessen Vergangenheit: "Wer bei einem Mieterschreck-Konzern wie Vonovia Verantwortung übernimmt und dafür über 200.000 Euro kassiert, muss sich Fragen gefallen lassen", so Wohnbausprecherin Nina Tomaselli.

Von 2014 bis 2016 war Zeiler zunächst Verwaltungsratsvorsitzender der später übernommenen GAGFAH, anschließend Aufsichtsrat bei Vonovia, kritisierte Tomaselli in einer Aussendung am Samstag. Für diese gut zwei Jahre habe er insgesamt ein Salär von 207.500 Euro bezogen. Vonovia stehe dabei seit Jahren wegen seiner Geschäftspraktiken gegenüber Mietern in der Kritik. Mietervereine beanstandeten hohe Mietaufschläge nach Sanierungen und fragwürdige Betriebskostenabrechnungen. "Was war Zeilers Rolle, warum ist er für so einen Konzern tätig?", fragt Tomaselli.

Innerhalb der SPÖ - die sich gerade unter Bablers Führung das Thema Wohnen auf die Fahne heftete - scheine das niemanden zu stören, kritisierte sie weiter. "Die SPÖ war einmal die Partei des leistbaren Wohnens. Heute stellt sie mit Andreas Babler den Wohnminister, aber der wohnpolitische Anspruch geht im internen Machtkampf unter. Im Sommer wurden Erleichterungen für Beschattung und Klimaanlagen angekündigt, im August wurde ein Gesetzesentwurf bis Herbst versprochen. Jetzt ist Herbst und passiert ist nichts."

Zeiler denkt nicht an Rückzug, Marterbauer nicht an Vizekanzleramt

Zeiler, der gerade beruflich in den USA verweilt, betonte in den OÖN ob bisher verhaltener Unterstützung der Parteifunktionäre "überhaupt nicht" an einen Rückzug der Bewerbung zu denken. Dem amtierenden Parteichef und Vizekanzler richtete er aus: "Ich halte Andreas Babler für einen wirklich netten und ehrlichen Sozialdemokraten. Aber es ist der Kurs, der nicht erfolgreich ist. Er ist falsch."

Immer wieder fiel in den letzten Tagen auch der Name Markus Marterbauer (SPÖ). Ventiliert wurde, der Finanzminister könne im Falle Bablers Rücktritt den Vizekanzler machen, mit Agenden des Parteichefs in anderer Hand. Das sehe er "in den nächsten Monaten" nicht passieren, erteilte er in der "ZIB2" am Freitagabend eine Absage. Zeiler habe der Partei mit seiner Bewerbung geschadet: "Ich finde das weder vom Zeitpunkt passend noch vom Inhalt nachvollziehbar."