Baumarkt-Krise

HELLWEG schließt  verbleibenden vier Baumärkte

© APA/dpa/Paul Zinken
Der Insolvenz-Schock um die Baumarktkette HELLWEG in Österreich spitzt sich dramatisch zu. Für die verbleibenden vier Standorte wurde nun beim Landesgericht Linz der Antrag auf Schließung gestellt, während zeitgleich Verhandlungen mit einem potenziellen Investor laufen.
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Im laufenden Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung über die HELLWEG Die Profi-Baumärkte GmbH wurde ein entscheidender Schritt gesetzt. Der Sanierungsverwalter hat am 31. August 2026 in enger Abstimmung mit der Schuldnerin beim Landesgericht Linz den formellen Antrag eingebracht, die verbleibenden vier Standorte der Baumarktkette gerichtlich zu schließen. Betroffen von diesem drastischen Schritt sind die Filialen in Ried im Innkreis, Graz-Eggenberg, Straßwalchen sowie Kirchdorf an der Krems.

Bereits im Vorfeld gab es erste Restrukturierungsmaßnahmen, die nun in die finale Phase übergehen. Die Schließungsanträge folgen auf ähnliche Schritte bei den Standorten in Graz-Raaba und Fürstenfeld, für die bereits am 12. August 2026 ein entsprechender Antrag gestellt worden war. Damit steht die Zukunft des gesamten österreichischen Filialnetzes auf dem Spiel, während hinter den Kulissen fieberhaft nach einer Lösung gesucht wird.

Sicherheit an den Standorten bleibt gewährleistet

Trotz des beantragten Schließungsverfahrens wird der Betrieb an den betroffenen Standorten nicht gänzlich eingestellt. Um die Sicherheit der Liegenschaften und die ordnungsgemäße Abwicklung der Verwertung zu gewährleisten, wurden bestimmte Unternehmensbereiche explizit von der Schließung ausgenommen.

  • Marktleitung: Die jeweiligen Marktleitungen verbleiben im Dienst, um die organisatorischen Abläufe vor Ort zu steuern.
  • Brandschutz: Zur Absicherung der Gebäude und zur Vermeidung von Gefahren bleibt das Brandschutzpersonal weiterhin aktiv.

Diese Maßnahme ist essenziell, da die vorhandenen Warenbestände durch ein professionelles Verwertungsunternehmen veräußert werden sollen. Die Schließung ist somit ein formaler Teil der angestrebten Investorenlösung, die eine strukturierte Verwertung der aktuellen Ware vorsieht, bevor ein neuer Eigentümer die Standorte übernehmen kann.

Bangen um 116 Arbeitsplätze in ganz Österreich

Die Nachricht von der bevorstehenden Schließung trifft die Belegschaft schwer. Insgesamt rund 116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den vier betroffenen Standorten wurden bereits über die aktuelle Situation und die rechtlichen Schritte informiert. Die Sorge um die berufliche Zukunft ist unter den Beschäftigten groß, da das Sanierungsverfahren bereits seit mehreren Wochen für Verunsicherung sorgt.

Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer für die Angestellten. Das erklärte Ziel der laufenden Gespräche ist es, die Standorte nach der Verwertung des Altbestands mit neuem Warenbestand fortzuführen. In diesem Szenario sollen die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem potenziellen Investor übernommen werden. Ob dies gelingt, ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch völlig offen, da ein konkretes Ergebnis der Verhandlungen noch aussteht.

Die Hintergründe des Insolvenzverfahrens bei HELLWEG

Der wirtschaftliche Niedergang von HELLWEG in Österreich ist eng mit der Entwicklung des Mutterkonzerns verknüpft. Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung wurde am 30. Juni 2026 am Landesgericht Linz eröffnet. Dies geschah, nachdem die deutsche HELLWEG-Gruppe bereits am 16. Juni 2026 analoge Verfahren in Deutschland einleiten musste.

  • Ausgangslage: Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung betrieb HELLWEG sechs Bau- und Gartenmärkte in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark.
  • Beschäftigte: Insgesamt waren heuer zu Beginn des Insolvenzverfahrens 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.
  • Erster Einschnitt: Am 12. August 2026 wurde der Antrag auf Teilbereich-Schließung für Graz-Raaba und Fürstenfeld mit rund 44 Beschäftigten gestellt.
  • Aktueller Status: Mit dem neuen Schließungsantrag für die restlichen vier Standorte und die verbleibenden rund 116 Angestellten ist das gesamte operative Geschäft in seiner bisherigen Form betroffen.

Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob die Verhandlungen mit dem potenziellen Investor, über dessen Identität mit Rücksicht auf die laufenden Gespräche strengstes Stillschweigen vereinbart wurde, zu einem positiven Abschluss gebracht werden können.