Lebensmittel im Müll

Hinter weggeworfenem Fleisch stehen Tiere

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Österreich wirft jährlich über eine Million Tonnen Lebensmittel weg. Bei Fleisch, Milch und Eiern bedeutet das auch, dass Tiere und wertvolle Ressourcen umsonst eingesetzt wurden. Tierschutz Austria fordert deshalb Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung.
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Während die Teuerung der Lebensmittel als österreichweites Problem diskutiert wird und die Landwirtschaft höhere Subventionen fordert, landen allein in Österreich jährlich mehr als eine Million Tonnen Lebensmittel im Müll. 2024 waren es 1.175.000 Tonnen, davon rund 569.000 Tonnen vermeidbare Abfälle. Private Haushalte verursachten 629.000 Tonnen.

Bei Fleisch, Milch und Eiern geht es dabei nicht nur um verschwendete Lebensmittel und Ressourcen. Hinter tierischen Produkten stehen Tiere, die gehalten und versorgt werden mussten und für Fleisch getötet wurden.

„Lebensmittelverschwendung verschwendet nicht nur Ressourcen. Bei Fleisch, Eiern und Milch stehen dahinter Tiere", sagt Martin Aschauer, Sprecher des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria.

Allein 2025 wurden in Österreich rund 4,77 Millionen Schweine geschlachtet. Tierschutz Austria rechnet vor, dass allein der von privaten Haushalten weggeworfene Fleischanteil rechnerisch dem Fleisch von rund 334.000 Schweinen entsprechen könnte. Diese Zahl ist eine Hochrechnung des Vereins und keine amtliche Statistik über tatsächlich wegen Verschwendung getötete Tiere. Doch die Anzahl der Tiere, die gezüchtet, gemästet, transportiert, geschlachtet und anschließend verkauft wird, nur um im Müll zu landen, ist vermutlich hoch.

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Auch die EU setzt Ziele

Lebensmittelverschwendung entsteht entlang der gesamten Kette – von der Produktion über Verarbeitung und Handel bis zu Gastronomie und Haushalten. Die EU hat deshalb verbindliche Ziele für 2030 beschlossen: Bei Verarbeitung und Herstellung sollen die Lebensmittelabfälle um zehn Prozent sinken. In Handel, Gastronomie, Außer-Haus-Verpflegung und privaten Haushalten sollen sie pro Kopf gemeinsam um 30 Prozent reduziert werden.

Frankreich setzt zusätzlich auf verbindliche Regeln für den Handel. Große Lebensmittelgeschäfte dürfen genießbare unverkaufte Lebensmittel nicht absichtlich unbrauchbar machen und müssen Vereinbarungen zur Weitergabe an Hilfsorganisationen anbieten.

Tierschutz Austria fordert deshalb auch in Österreich eine verbindliche Weitergabe genusstauglicher Lebensmittel an Sozialmärkte und Tafeln, eine Überprüfung von Lieferfristen und Handelspraktiken sowie eine bessere Kennzeichnung und Aufklärung über Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum.

„Unser Ziel muss sein, dass so wenig Tiere wie möglich für Produkte leiden oder sterben, die am Ende niemand nutzt", sagt Aschauer.