Nach Wahl:
Kirche stellt sich gegen AfD
Eine Annäherung zwischen der Kirche und der AfD dürfte aktuell ausgeschlossen sein. Der Bischof meinte: "Die AfD stellt die Grundwerte unseres Zusammenlebens infrage." Die Einhaltung der Menschenwürde, die Nächstenliebe, Demokratie – das will die Kirche.
Wilmer meint, er sei nicht naiv: Sollte die AfD in Magdeburg mitregieren oder die Regierung stellen, fürchtet er konkrete Schläge gegen die Kirchen. Das Landesprogramm der Partei sei dazu eindeutig: Schluss mit dem staatlichen Kirchensteuereinzug, Schluss mit den Staatsleistungen – im Land wären das 43 Millionen Euro im Jahr. Und: Schluss mit dem Kirchenasyl. Wer in einer Gemeinde Schutz vor Abschiebung sucht, soll ebenfalls abgeschoben werden, dazu sollen Gemeinden prüfen, ob Beihilfe zu einem unerlaubten Aufenthalt vorliegt. Die AfD spreche auch von "Kirchensteuerkirchen", die sich vom Glauben entfernen und eine "Regenbogenideologie" predigen würden.
In Sachsen-Anhalt leben 300.000 Protestanten und Katholiken – 235.000 sind evangelisch, nur 66.000 katholisch.
Die AfD holte 39 von 83 Sitzen, die absolute Mehrheit verfehlte sie knapp. Die CDU stürzte auf 17,2 Prozent.
Die Kirchen hatten vor der Wahl gewarnt, die Wähler haben das offensichtlich ignoriert. Wilmer, seit Februar Vorsitzender der Bischofskonferenz, kündigt nun Widerstand an: gegen Angst statt Solidarität, gegen das Ausspielen von Menschen, gegen das Schwächen demokratischer Institutionen. Der Maßstab dafür sei das Evangelium, nicht eine Partei.