Laufen oder Rennradfahren? Die Frage spaltet Ausdauersportler fast schon so zuverlässig wie die Diskussion, ob Pasta vor einem langen Training wirklich sein muss. Beide Sportarten bringen das Herz-Kreislauf-System ordentlich auf Touren, unterscheiden sich aber deutlich bei Belastung, Muskelbeanspruchung und Regeneration. Die gute Nachricht: Einen Verlierer gibt es nicht. Wer die richtige Sportart für das eigene Ziel wählt, kann mit beiden sehr effektiv trainieren.
Wer mehr Kalorien verbrennen möchte: Vorteil Laufen
Beim Laufen wird der gesamte Körper gegen die Schwerkraft bewegt. Dadurch ist die Belastung pro Minute häufig höher als beim lockeren Radfahren, entsprechend kann auch der Kalorienverbrauch höher ausfallen.
Allerdings kommt es stark auf Tempo, Körpergewicht, Trainingsdauer und Intensität an. Eine gemütliche Laufrunde ist nicht automatisch effektiver als eine intensive Rennradeinheit. Wer auf dem Fahrrad ordentlich Druck macht und lange unterwegs ist, kann ebenfalls sehr viel Energie verbrauchen.
Der entscheidende Vorteil des Laufens: Man kann bereits in relativ kurzer Zeit eine intensive Einheit absolvieren. Punkt für das Laufen: wenn wenig Zeit vorhanden ist und möglichst intensiv trainiert werden soll.
Für die Ausdauer: Beide sind richtig gut
Sowohl Laufen als auch Radfahren sind klassische Ausdauersportarten und können die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems verbessern. Entscheidend ist weniger das Fortbewegungsmittel als die regelmäßige Belastung und die passende Intensität. Beim Rennrad hat man allerdings einen praktischen Vorteil: Lange Einheiten sind häufig leichter durchzuhalten, weil das Körpergewicht vom Fahrrad getragen wird. Dadurch können auch längere Trainingsfahrten absolviert werden, ohne dass Gelenke und Sehnen durch jeden Schritt belastet werden. Punkt für das Rennrad: wenn Sie lange Ausdauereinheiten lieben.
Für die Knochen: Laufen gewinnt
Hier gibt es einen deutlichen Unterschied. Laufen ist eine gewichtstragende Sportart, Radfahren hingegen nicht. Beim Laufen wirken die Belastungen des Aufsetzens und der Bewegung auf das Skelett ein. Solche Belastungen können zur Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Knochengesundheit beitragen. Radfahren ist deshalb keineswegs schlecht für die Gesundheit, nur setzt es andere Schwerpunkte. Für die Knochen sollte zusätzlich eine gewichtstragende oder Kraftsport-Komponente im Trainingsplan vorkommen. Punkt für das Laufen.
Für die Gelenke: Rennradfahren ist angenehmer
Und genau hier bekommt das Fahrrad seinen großen Pluspunkt. Beim Radfahren wird das Körpergewicht vom Sattel und Fahrrad getragen, weshalb die Stoßbelastung deutlich geringer ist. Cycling gilt deshalb als gelenkschonender als Laufen. Laufen ist dagegen eine sogenannte High-Impact-Belastung. Das ist für gesunde und an diese Belastung gewöhnte Menschen nicht grundsätzlich schlecht, kann aber bei falscher Trainingssteigerung oder bestehenden Problemen zu einer höheren Belastung von Muskeln, Sehnen und Gelenken führen. Punkt für das Rennrad: insbesondere für lange, gelenkschonende Trainingseinheiten.
Welche Sportart baut die Beine besser auf?
Beide, nur auf unterschiedliche Weise. Beim Rennradfahren arbeiten die Beine über lange Zeit gegen Widerstand. Besonders bei Anstiegen oder hohen Gängen werden Oberschenkel und Gesäß ordentlich gefordert. Beim Laufen müssen die Muskeln dagegen nicht nur den Körper vorwärts bewegen, sondern bei jedem Schritt auch stabilisieren und die Aufprallkräfte kontrollieren. Das macht Laufen zu einer insgesamt stärker gewichtstragenden Belastung.
Und was ist besser fürs Abnehmen?
Auch hier gibt es keinen automatischen Sieger. Für die Gewichtsabnahme zählt vor allem die langfristige Energiebilanz und damit auch, welche Sportart Sie regelmäßig und gerne betreiben. Eine Sportart, die Sie dreimal pro Woche machen, bringt Ihnen mehr als eine theoretisch besonders effektive Sportart, die nach zwei Wochen wieder im Keller steht.
Fazit: Es kommt auf Ihr Ziel an
- Sie wollen schnell und intensiv trainieren? → Laufen.
- Sie möchten lange Einheiten absolvieren? → Rennrad.
- Sie möchten Ihre Knochen zusätzlich belasten? → Laufen.
- Sie wollen möglichst gelenkschonend trainieren? → Rennrad.
- Sie möchten Ihre Ausdauer verbessern? → Beide.