Hitze-Schock
Laut Bauernregel: "Ist der August am Anfang heiß..."
Die Hitzewelle hat das Land fest im Griff: Pflanzen lassen die Köpfe hängen, der Rasen verfärbt sich braun und die Tropennächte rauben vielen den Schlaf. Doch was bedeutet die anhaltende Hitze für die kommenden Monate? Während die Hoffnung auf kühlere Temperaturen wächst, rückt eine jahrhundertealte Bauernregel in den Fokus. Sie soll bereits einen Hinweis darauf geben, wie sich das Wetter in den nächsten Monaten entwickeln könnte.
Prophezeit diese Bauernregel einen eisigen Winter?
Schon unsere Vorfahren beobachteten den Himmel ganz genau, denn für die Ernte war das Wetter entscheidend. Eine der bekanntesten Wetterweisheiten für den aktuellen Monat lautet:
- "Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß, stellen sich Gewitter ein, wird's bis Ende auch so sein."
Müssen wir uns nach den aktuellen Hitzewellen auf monatelanges Schneeschaufeln und klirrende Kälte einstellen? Und droht uns jetzt ein Dauer-Gewitter-Monat? Wir haben den Faktencheck gemacht.
Heißer August, Eiszeit im Winter?
Der erste Teil der Regel verknüpft die "Hundstage", die historisch heißeste Zeit des Jahres, die noch bis zum 23. August andauert, mit der kalten Jahreszeit. Dahinter steckt die Vorstellung, dass auf einen Sommer mit außergewöhnlicher Hitze ein besonders kalter Winter folgen könnte. Vereinfacht gesagt: Hat die Natur im Sommer ihr "Temperatur-Pulver" verschossen, schlägt das Wetter im Winter umso stärker in die eisige Richtung aus.
Das sagt die Wissenschaft:
Meteorologen und Klimaforscher können hier Entwarnung geben. Langfristige Wetterstatistiken zeigen, dass die Trefferquote für solche konkreten Winter-Prognosen aus dem Sommer heraus sehr gering ist. Für ähnliche Überlieferungen ("Macht der August uns heiß, bringt der Winter viel Eis") liegt die statistische Genauigkeit gerade einmal bei rund 40 Prozent. Zudem sorgt der Klimawandel ohnehin dafür, dass extrem "strenge und weiße" Winter in unseren Breitengraden immer seltener werden.
Gewitter im Anmarsch?
Viel zutreffender ist jedoch der zweite Teil des Spruchs: "Stellen sich Gewitter ein, wird's bis Ende auch so sein." Wer in diesen ersten Augusttagen von heftigen Sommergewittern überrascht wird, sollte vorsichtig sein.
Das sagt die Wissenschaft:
In der Meteorologie spricht man von der sogenannten "Erhaltungsneigung" der Atmosphäre. Das Prinzip kennt man vom Siebenschläfertag. Es besagt: Wenn sich im Hochsommer ein bestimmtes Zirkulationsmuster über Mitteleuropa festsetzt (wie etwa eine schwüle, extrem instabile Luftschichtung, die zu Blitzen und Starkregen führt), neigt diese Wetterlage oft dazu, sich über mehrere Wochen hinweg zu regenerieren und stabil zu bleiben. Ein gewittriger Start in den August kann also tatsächlich ein wissenschaftlich fundierter Vorbote für einen turbulenten und unbeständigen Endspurt des Sommers sein. Ein erster Regen im August kann zudem helfen, eine blockierende Hitzewelle nachhaltig zu brechen.
Ob der kommende Winter am Ende Regen, Schnee oder milde Temperaturen bringt, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Die Augusthitze hat uns vorerst fest im Griff und an hochsommerlichen Temperaturen wird sich zunächst wenig ändern.