Unglaublicher Fall
Lehrerin 17 Jahre im Krankenstand, bekam Lohnerhöhungen
Seit unglaublichen 17 Jahren ist eine mittlerweile 62-jährige Lehrerin krankgeschrieben – oe24 berichtete. Doch anstatt Abstriche machen zu müssen, bekam die Studienrätin laut einem Bericht der Zeitung "Bild" all die Jahre ihr komplettes Gehalt überwiesen. Im Krankenstand erhielt sie sogar noch mehrere Lohnerhöhungen. Die Frau hatte im Jahr 2004 in der Besoldungsgruppe A 13 angefangen. Bis 2009 war sie an einem Berufskolleg im nordrhein-westfälischen Wesel tätig, danach reichte sie wegen eines psychischen Leidens immer wieder ärztliche Bestätigungen ein. Der aktuelle Schuldirektor wusste nicht einmal mehr, wie sie heißt.
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Automatisch höhere Gehaltsstufen einfach erreicht
Möglich mache dies die dortige Landesbesoldungsordnung, berichtet "Bild". Demnach steigt die Bezahlung nach Dienstjahren in einem festen Rhythmus automatisch an. Eine Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf zitierte dazu die Regeln gegenüber der deutschen Zeitung: "Der Stufenaufstieg innerhalb einer Besoldungsgruppe ist an die Dienstzeit gekoppelt. Eine krankheitsbedingte Dienstunfähigkeit führt nicht dazu, dass der Stufenaufstieg unterbrochen wird." In der Verwaltung nennt man diese Erhöhungen "Erfahrungsstufen", obwohl die Pädagogin in der Schule schon lange keine Erfahrung mehr gesammelt haben dürfte. Mindestens zwei solcher Gehaltssprünge muss die Frau gemacht haben. Zuletzt befand sie sich in der 12. und damit höchsten Stufe mit einem monatlichen Brutto-Einkommen von stolzen 6.174,04 Euro.
Klage gegen die Versetzung eingereicht
Ende Mai wurde die Frau nach einer amtsärztlichen Untersuchung wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Seit Juni bekommt sie "nur" noch eine Pension, was einen monatlichen Verlust von rund 1.500 bis 2.000 Euro brutto bedeutet. Doch das will die 62-Jährige offenbar nicht akzeptieren und klagte dagegen. Sollte sie gewinnen, so die Behördensprecherin, "müssten die einbehaltenen Dienstbezüge nachträglich ausbezahlt werden". Im August würde dann sogar ein neues Höchstgehalt von 6.381,49 Euro brutto winken.
Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell wegen Betrugs
Mittlerweile ermittelt jedoch die Staatsanwaltschaft Duisburg gegen die Frau wegen des Verdachts des Betruges. Bei einer Razzia in der Wohnung der Verdächtigen fanden die Beamten laut offiziellen Angaben "potenziell beweiserhebliches Material", dessen Auswertung noch andauert. Es steht der ungeheuerliche Vorwurf im Raum, dass die Beamtin während ihres Dauer-Krankenstandes heimlich als Heilpraktikerin gearbeitet und womöglich doppelt abkassiert haben könnte. Es gilt die Unschuldsvermutung.