Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag zur Rettung des Wiener Budgets lassen derzeit die Grünen aufhorchen. Obwohl das Ronacher Theater im 1. Bezirk zu den erfolgreichsten Kulturhäusern Österreichs zählt, diskutiert die Ökopartei über ihr Aus als Musicalstandort. Nach Ansicht von Gemeinderätin Ursula Berner würde eine große Musicalspielstätte für die Bundeshauptstadt ausreichen. Sie übt Kritik daran, dass die beiden Theater Ronacher und Raimund öffentlich gefördert werden, andere Musicals hingegen nicht. Geht es nach ihr, sollte das Haus vermietet und für andere Veranstaltungen genutzt werden, zum Beispiel für Kabarettvorstellungen.
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Die Wiener FPÖ reagiert auf die "linke Schnapsidee der Sonderklasse" mit Empörung. "Da haben wir mit dem Ronacher eine der erfolgreichsten und bestausgelasteten Musicalbühnen Wiens und ausgerechnet die Grünen wollen sie zusperren. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen", so FPÖ-Kultursprecher Lukas Brucker. "Für linke Agitation bei den Wiener Festwochen, für QWIEN, für ideologische Prestigeprojekte und das Pornofilmfestival wird das Förderfüllhorn ausgeschüttet. Aber bei einem traditionsreichen und beim Publikum höchst erfolgreichen Haus wie dem Ronacher soll plötzlich der Sparstift angesetzt werden. Das ist völlig absurd."
Wie viel Anklang der Grünen-Vorschlag im Rathaus tatsächlich findet, ist mehr als fraglich. Die nackten Zahlen sprechen jedenfalls eine klare Sprache: Die Musicalhäuser der Vereinigten Bühnen Wien sind derzeit beinahe völlig ausgelastet. Allein für die Produktion "Die Schöne und das Biest" wurden bis dato mehr als 120.000 Tickets verkauft. Die überaus starke Nachfrage unterstreicht den anhaltenden Erfolgslauf und zeigt, dass das Interesse des Publikums am aktuellen Musical-Angebot in Wien ungebrochen ist.