Endloses Tauziehen

Mangels Marchbrücke: Manche mussten sogar schwimmen

© ORF/Stefan Schwarzwald-Sailer
Es ist ein Skandal an der Grenze: Die March-Fähre bei Angern an der March (Bezirk Gänserndorf) steht seit Ende Juni still – Hunderte Pendler zahlen den Preis für jahrelanges politisches Hickhack.
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Wegen der Trockenheit fehlt schlicht das Wasser, dabei war die Fähre heuer schon an 140 Tagen außer Betrieb. Statt 15 Minuten brauchen Arbeitskräfte aus der Slowakei nun bis zu zwei Stunden extra – täglich!

Während Politiker prüfen und diskutieren, leiden Wirtschaft und Menschen vor Ort. Winzer Gerhard Küssler etwa spricht von "totaler Isolation", manche sind im Sommer sogar geschwommen, um überzusetzen. Im Sommer haben auch manche mit einem Schlauchboot übergesetzt. Eine einzige Brücke gibt es auf 69 Kilometern Grenzfluss: bei Hohenau – und die ist nachts sogar gesperrt.

Zwist um den Standort

Sieben Jahre nach einer abgelehnten Brücke gibt es wieder keine Einigung: Angern will eine Umfahrung südlich der Ortschaft, die slowakische Seite pocht wegen Naturschutz auf den Standort direkt bei der Fähre. Bürgermeister Robert Meißl (SPÖ) ist stinksauer: "Wir stehen Gewehr bei Fuß." Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) lässt immerhin die Machbarkeitsstudie aktualisieren – konkrete Zusagen gibt es aber weiterhin keine.

Für die Variante außerhalb der Ortschaft wurden 2023 Gesamtkosten von rund 119,1 Millionen Euro angenommen. Die genauen Kosten hängen letztlich mit der Ausführung zusammen, weshalb Landbauer ergänzt: "Ich kann heute keine Brücke versprechen, deren Finanzierung nicht geklärt ist."

Via Fähre setzen normalerweise 700 bis 800 Fahrzeuge pro Tag über die Grenze. Transportiert werden können pro Fahrt sechs Autos. Doch mittlerweile sei sie keine Alternative mehr. Am Mittwoch betrug der Wasserstand auf österreichischer Seite 51 Zentimeter, für den Fährbetrieb sind 85 Zentimeter nötig, auf slowakischer Seite braucht es zwar nur 22 Zentimeter, aber auch davon ist man weit entfernt.

EU-Förderfrist tickt

Fatal: Für EU-Kofinanzierung muss bis Jahresende reagiert werden, sonst drohen Millionen an Fördergeldern zu verpuffen. Küssler warnt eindringlich: "Entweder hier oder es gibt gar keine Brücke."