Alle neun Bundesländer und die Gewerkschaft sind sich einig: Andreas Babler muss gehen. Als SPÖ-Chef und als Vizekanzler. Darauf werden sich die SPÖ-Spitzen bei ihrer morgigen Sitzung in Wien einigen, erfuhr oe24 von mehreren hochrangigen SPÖ-Politikern. Bablers Rücktritt müsse aber "gesichtswahrend" über die Bühne gehen, so der Tenor. Heißt: Am Ende der Sitzung soll es eine Erklärung von Babler geben, bei der er selbst seinen Rückzug und auch den Zeitplan dafür verkünden soll. Das ist zumindest der Plan. Nachsatz eines SPÖ-Landeschefs: "Aber solche Sitzungen entwickeln oft eine Eigendynamik. Was am Ende dann wirklich rauskommt, werden wir morgen sehen."
Marterbauer soll als Vizekanzler übernehmen
Jedenfalls gibt es innerhalb der SPÖ-Landesgruppen bereits ein klares Wunschszenario, wie es nach Bablers Rückzug weitergehen soll: Als Vizekanzler soll Finanzminister Markus Marterbauer übernehmen, sofern er das will und es gesundheitlich für ihn möglich sei. Als Alternativen werden die SPÖ-Regierungsmitglieder Eva-Maria Holzleitner und Peter Hanke genannt, die aber beide nicht wirklich wollen. Babler selbst solle jedenfalls so "rasch wie möglich" aus der Regierung ausscheiden - "auch als Minister", so ein SPÖ-Landeschef. Als Medien- und Kulturminister könnte ihm Alexander Wrabetz folgen, der als ehemaliger ORF-Chef und Symphoniker-Präsident in beiden Bereichen über ausreichend Expertise verfügen würde.
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Niemand will Parteichef werden - muss Oberösterreicher Winkler vorerst übernehmen?
Parallel soll einer der Babler-Stellvertreter interimistisch die Partei übernehmen und einen Parteitag vorbereiten. Die zuletzt immer wieder genannte Doris Bures soll intern abgewunken haben. Am Samstag kursierte dann ein weiterer Name als Übergangslösung: Der oberösterreichische Landesparteichef Martin Winkler könnte die Partei vorerst übernehmen. "Er ist ein Verbinder und kann eigentlich mit allen gut", so ein anderer SPÖ-Landeschef. Zusätzlicher Bonus: Winkler kämpft in Oberösterreich, wo im Herbst 2027 gewählt wird, mit Bekanntheitsproblemen. Als SPÖ-Parteichef hätte er eine ordentliche Medienpräsenz und gleichzeitig eine Bühne für den OÖ-Wahlkampf.
SPÖ-Parteitag im 1. Quartal 2027
Der Plan: Im 1. Quartal 2027 soll dann ein SPÖ-Parteitag stattfinden, bei dem ein neuer Parteichef und künftiger Spitzenkandidat gewählt wird. Die Mehrheit der Länder und die Gewerkschaft wollen Markus Marterbauer. Offen ist freilich noch, was Gerhard Zeiler macht. Bisher hält er an seiner "Bewerbung" als SPÖ-Chef fest. Das Problem: Sollte ein zweiter Kandidat antreten, müsste es laut Statut eine Mitgliederabstimmung geben.