Berlin
Merz schmeißt Minister raus
Im Zuge der Kabinettsumbildung in Deutschland muss Verkehrsminister Patrick Schnieder seinen Posten verlassen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zuerst hatten die "Bild"-Zeitung und "Table.Briefings" darüber berichtet. Als Nachfolger Schnieders ist der Finanzpolitiker Fritz Güntzler im Gespräch.
Auch interessant
Bundeskanzler Friedrich Merz will um 9.00 Uhr über die Kabinettsumbildung informieren. Auch Schnieders Nachfolger wird vor allem einen Schwerpunkt haben: die Krise bei der staatseigenen Deutschen Bahn.
Baustelle Bahn
Schnieder setzte durchaus Akzente bei der Bahn. Eine Schlüsselrolle bei der Sanierung soll die neue Bahnchefin Evelyn Palla spielen, die im vergangenen Jahr Nachfolgerin von Richard Lutz wurde. Noch immer aber sind viele Züge unpünktlich, bei der Sanierung hoch belasteter Strecken gab es Verzögerungen.
Bei dem schuldenfinanzierten Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur liegt der Fokus darauf, das Schienennetz und Brücken zu sanieren. Für den Neu- und Ausbau von Autobahnen und Bahnstrecken aber fehlen in den kommenden Jahren viele Milliarden - denn dafür kommt das Geld aus dem Kern-Haushalt, dessen Lage aber angespannt ist.
Mehr Geld gefordert
Für Aufsehen sorgten im vergangenen September Berichte aus dem deutschen Verkehrsministerium, dass es wegen Milliardenlücken zu Verzögerungen bei Neu- und Ausbauprojekten bei Autobahnen und Bundesstraßen kommen könnte. Für Bundesländer kursierten Listen, für welche Projekte genau keine Baufreigaben erteilt werden könnten - und in welchem Wahlkreis diese liegen.
Nicht nur im Finanzministerium kam das nicht gut an. Die Spitzen der regierenden Koalition von Christ- und Sozialdemokraten vereinbarten dann aber zusätzliche Gelder. Merz sagte: "Alles, was baureif ist, wird gebaut."