Neue Forschung
Mysteriöses Astronauten-Rätsel endlich gelöst
Seit Jahrzehnten leiden Astronauten nach längeren Aufenthalten im Weltraum an Verstopfungen. Bisher war es unbekannt, wieso der Darm unter Mikrogravitation träge wird. Nun liefern dänische Forscher eine Antwort auf diese Frage.
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Henrik M. Roger und sein Team an der Universität Kopenhagen haben Blutproben von 52 Astronauten ausgewertet, die mehrere Monate auf der Internationalen Raumstation (ISS) stationiert waren. Dabei wurden die Proben vor, während und nach dem Flug entnommen.
Klares Muster
Laut "Scinexx" haben sich in ihrem Blut rund 40 Stoffwechselprodukte durch die Zeit im Weltraum verändert. Die Forscher stellten ein klares Muster bei jenen Molekülen fest, die mit der bakteriellen Proteingärung im Darm zusammenhängen.
Die Forscherin Giorgia La Barbera erklärt: "Wir sehen Veränderungen in den Blutproben der Astronauten, die darauf hindeuten, dass die Darmbakterien innerhalb weniger Wochen nach der Ankunft im All beginnen, Protein stärker als üblich zu vergären, und diese Veränderung hält an, bis sie wieder auf der Erde sind."
Lösung für zukünftige Missionen hilfreich
Laut ihr bewegt sich die Nahrung in der Schwerelosigkeit langsamer durch den Darm. Darmbakterien finden aus diesem Grund weniger Ballaststoffe vor und setzen vermehrt auf Protein als Energiequelle. Die Veränderungen traten bei den Astronauten kurz nach dem Start auf und waren nach der Landung wieder weg.
Die Lösung des Problems kann für künftige Langzeitmissionen zum Mond oder Mars wichtig werden. Die Forscher schlagen vor, dass die Astronauten mehr Ballaststoffe oder Präbiotika zu sich nehmen sollten. Auf der Erde kann das Ergebnis ebenfalls hilfreich werden, etwa bei bettlägerigen Menschen mit träger Verdauung.