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Nach AfD-Sieg: Migranten wollen auswandern

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Der Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt wirkt weit über Magdeburg hinaus: In Berlin, wo bald gewählt wird, und in Migrantennetzwerken im Osten ist die Stimmung angespannt. Manche sprechen offen über einen Wegzug – nicht morgen, aber als Plan B.
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Hasan, 50, kam vor zwei Jahrzehnten aus der Türkei und arbeitet in einem Berliner Elektronikladen. Was die Partei mit dem Land vorhabe, sei für ihn "der Anfang vom Ende", berichtet er gegenüber focus.de.

Auswandern ist also plötzlich wieder ein Thema. Gemüsehändler Omer, in Berlin geboren, Sohn türkischer Einwanderer, meint zur AfD: Der Hass sei unerträglich. Zugleich klagt er über Preise und Politik und findet, "die ganzen Araber" seien ihm zu viel. Komme die Partei in Berlin oder im Bund an die Macht, gehe er mit der Familie in die Türkei.

Ahmed, 22, aus dem Irak, lebt seit sieben Jahren hier, jobbt und will den Schulabschluss nachholen. Der Rassismus der AfD mache ihn traurig. Bei Straftätern ohne deutschen Pass sagt er aber dasselbe wie die Partei: Die müssten das Land verlassen. Die Irakerin Payiz, 48, hat den deutschen Pass, eine Immobilienfirma und Kinder, die in Wien studieren. Vor "Willkür" schütze der Ausweis nicht, sagt sie – sie sei keine "Bio-Deutsche". Viele in ihrem Umfeld überlegten, wohin sie gehen könnten.

Mehr als jeder zehnte Migrant will abreisen

Eine Civey-Umfrage nach der Wahl ergab: 13 Prozent der Befragten spielen mit einem Wegzug wegen des AfD-Erfolgs, die große Mehrheit nicht. Bei 14 Millionen Migranten in Deutschland wären das immerhin 1,82 Millionen Menschen. Vor der Wahl hatte Insa ermittelt, mehr als jeder Fünfte würde bei einer AfD-Bundesregierung über Auswandern nachdenken.

Soziologe Gert Pickel warnt vor einem Brain-Drain, vor allem Jüngerer – und vor einem ersten Schritt: vorerst das Bundesland wechseln. In Sachsen-Anhalt berichten Migrantenorganisationen von Familien, die schon vor dem 6. September gepackt hatten. Und die Türkische Gemeinde fordert, niemanden per Residenzpflicht dorthin zu schicken, wo er zur Zielscheibe werde.