Die Bundesbahnen "müssen ihrem öffentlichen Versorgungsauftrag wieder gerecht werden", forderte der Freiheitliche. Kritisiert wurden in dem Schreiben "anhaltende Verspätungen, Zugausfälle, Anschlussverluste und betriebliche Störungen" in den vergangenen Monaten, zuletzt am Montag in Wiener Neustadt.
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Die Beschwerden der Fahrgäste würden zunehmen, hielt der für Verkehr zuständige Landesrat fest. "Wer täglich auf die Bahn angewiesen ist, muss sich auch darauf verlassen können, dass der Zug pünktlich fährt", forderte Landbauer am Freitag in einer Aussendung: "Mit dem Chaos muss endlich Schluss sein."
Gefordert, für "Verlässlichkeit zu sorgen"
Der ÖBB-Rahmenplan 2027-2032 sieht 19,5 Milliarden Euro für die Schieneninfrastruktur vor, davon rund 8,86 Milliarden Euro für Qualität und Stabilität, rechnete der LH-Stellvertreter vor. Das Land Niederösterreich stellt heuer rund 114 Millionen Euro für Schienenverkehrsleistungen bereit und beteiligt sich zusätzlich mit jährlich rund 30 Millionen Euro an Infrastrukturmaßnahmen für den Nahverkehr. "An Geld und Investitionen mangelt es nicht. Entscheidend ist, was bei den Fahrgästen ankommt", meinte Landbauer. "Die tausenden ÖBB-Mitarbeiter leisten täglich wichtige Arbeit. Jetzt ist die Unternehmensführung gefordert, für die notwendige Verlässlichkeit zu sorgen", betonte er.
Probleme auf Strecken überhäufen sich
Am Montag waren 21 Güterwagen in Wiener Neustadt entrollt, zwei davon entgleisten. Die Oberleitung wurde schwer beschädigt. Tausende Passagiere waren von Zugausfällen und Verspätungen im Fern- und Nahverkehr betroffen. Beschwerden gab es über unzureichende Informationen für Fahrgäste. Davor war es Anfang Oktober aufgrund von einer durch ein Eichkätzchen ausgelösten Oberleitungsstörung zu mehrtägigen Einschränkungen auf der Ostbahn gekommen. Diese Vorfälle sowie "massive Zugausfälle und Fahrzeugengpässe" auf der Südbahn, Probleme im Wiener S-Bahn-Netz nach einem Kabelbrand und Ausfälle auf der Franz-Josefs-Bahn, Westbahn und Nordbahn haben laut Landbauer "tausende Fahrgäste vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt".
ÖBB: Witterungseinflüsse und technische Gebrechen nicht verhinderbar
"Wir nehmen jede Anregung und Kritik ernst. Umso mehr, wenn sie von einem wichtigen Partner kommt, mit dem wir gemeinsam Verantwortung für den öffentlichen Verkehr tragen", teilten die ÖBB auf APA-Anfrage mit. "Unser oberstes Ziel ist es, unseren Fahrgästen eine hohe Qualität sowie ein stabiles und verlässliches Fahrplanangebot zur Verfügung zu stellen", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. "Die ÖBB arbeiten laufend daran, die Pünktlichkeit und Verfügbarkeit ihrer Angebote weiter zu verbessern", wurde betont.
Äußere Einflussfaktoren wie Unfälle, technische Gebrechen oder Witterungseinflüsse könnten "trotz aller Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen nicht gänzlich ausgeschlossen werden". Man setze in solchen Fällen alles daran, "die Auswirkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und den Betrieb rasch wieder zu stabilisieren". (APA)