Teuerung
Nahost-Wahnsinn, Steuern: Diesel bald bei 3 Euro?
Der Öl-Preis steigt: Brent schloss Freitag bei 104 bis 105 Dollar. Samstag und Sonntag griffen die Huthi erneut an, Saudi-Arabien hielt die Ost-West-Pipeline nach Drohnenangriffen geschlossen, und am heutigen Montag springt der Preis über 107 Dollar.
Die Pipeline umgeht die Straße von Hormus und transportierte zeitweise vier Prozent der Weltversorgung zum Roten Meer. Gleichzeitig rücken die Huthi an Bab al-Mandab vor, über das zuletzt vier bis fünf Prozent des Öls liefen. Zwei Kriegsschauplätze in Nahost belasten nun auch Europas Autobesitzer massiv.
Erneut Spritpreisdeckel gefordert
Diesel-Fahrer trifft es härter als Besitzer von Benzinern: Raffinerien in Deutschland decken den Benzinbedarf weitgehend selbst. Fertigen Diesel importiert das Land aber in größerem Umfang - der Kraftstoff ist weltweit knapp und wird in Industrie und Logistik gebraucht.
ING-Volkswirt Carsten Brzeski hält drei Euro je Liter nicht mehr für ausgeschlossen, bleibt Brent länger über 110 Dollar. Dann läge Super bei etwa 2,50 Euro. Für 50 Liter Diesel wären somit 150 Euro zu bezahlen – fast 28 Euro über dem bisherigen Rekordtank.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert einen Spritpreisdeckel: Konzerne dürften keine Extra-Profite kassieren, während Pendler an der Zapfsäule verzweifelten. Vorbild seien Luxemburg, Polen, Belgien und Tschechien mit flexiblen Höchstpreisen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt den Deckel ab. Brzeski setzt auf Steuersenkungen: Sie dämpften den Anstieg und die Kluft zu Nachbarländern, ohne den Markt zu ersetzen.