Formel 1
Niki Laudas Unfall am Nürburgring jährt sich zum 50. Mal
Österreichs dreifacher Formel-1-Weltmeister, der im Mai 2019 verstorben ist, war am 1. August 1976 auf der Rennstrecke in Deutschland nach einem Defekt in die Streckenbegrenzung gerast und über eine halbe Minute lang in seinem brennenden Ferrari gesessen. Lauda überlebte den Unfall und krönte sich anschließend noch zweimal zum Champion der Motorsport-Königsklasse.
Nach dem Crash ging Laudas Ferrari lichterloh in Flammen auf. Als der folgende Brett Lunger in das Wrack prallte, verlor der Österreicher seinen Helm und wurde bewusstlos. Mehrere Konkurrenten eilten zu Hilfe, Arturo Merzario zog den Weltmeister schließlich aus dem brennenden Wagen. Mit lebensgefährlichen Verbrennungen, schweren Verletzungen und einer stark geschädigten Lunge wurde Lauda ins Krankenhaus eingeliefert. Es folgten mehrere Hauttransplantationen und ein Kampf ums Überleben.
Rasche Rückkehr in den Rennzirkus
Doch nur sechs Wochen nach dem Unfall kehrte Lauda in Monza zurück in den Grand-Prix-Zirkus und fuhr sensationell auf Rang vier. Den unglückseligen Tag des Unfalls, an dem bekanntlich auch die Wiener Reichsbrücke einstürzte, hatte Lauda rasch und vollständig verarbeitet. "Ich bin nach sechs Monaten wieder so gefahren wie früher oder sogar besser, und das kann man nur dann, wenn man ein Problem hundertprozentig gelöst hat", erklärte er einmal.
"Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheimzusitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist", meinte Lauda. Ein Jahr nach dem Unfall gewann der Wiener seinen zweiten WM-Titel. Mit den berühmten Worten "Ich will nicht mehr blöd im Kreis herumfahren" trat er 1979 zurück, ehe er drei Jahre später sein Comeback gab und 1984 Titel Nummer drei einfuhr.
"Mann mit der roten Kappe" wurde zur "Weltmarke"
Auf den Rennsport folgte für den Wiener eine ebenso erfolgreiche wie bewegte Laufbahn als Unternehmer in der Luftfahrt. Der Absturz einer Lauda-Air-Maschine 1991 in Thailand stellte dabei seine wohl dunkelste Stunde dar. Der Formel 1 blieb Lauda als Ferrari-Berater, Jaguar-Teamchef und später als Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Teams erhalten. Mit Landsmann Toto Wolff formte er den Rennstall zur damals dominierenden Kraft im GP-Zirkus.
Auch interessant
Was Lauda auch und vor allem gekennzeichnet hat, ist seine rote Kappe. Diese machte den Österreicher zusammen mit seinen sportlichen Erfolgen und der einzigartigen Lebensgeschichte zu einer "Weltmarke". Das Jahr seines schweren Unfalls sowie die damalige Rivalität mit dem britischen Rennfahrer James Hunt wurde zudem eindrucksvoll verfilmt. "Rush" kam 2013 auf die Leinwand und wurde zum Kino-Hit.
Nach einer im Sommer 2018 notwendigen Lungentransplantation kämpfte Lauda zunehmend mit gesundheitlichen Problemen. Am 20. Mai 2019 verstarb er im Alter von 70 Jahren im Kreis seiner Familie. Der Mann, der den Feuerunfall auf dem Nürburgring wie durch ein Wunder überlebt hatte und danach noch zwei Weltmeistertitel gewann, hinterließ ein wohl einzigartiges Vermächtnis.