Bundeswehr-Studie
Nur 35 % der Jungen wollen für Deutschland kämpfen
Die Deutschen wollen eine stärkere Bundeswehr – aber nur eine Minderheit würde selbst kämpfen. Das ist der Kern der Bevölkerungsbefragung 2026 des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Zwischen dem 20. April und dem 24. Mai befragte Ipsos 2232 zufällig ausgewählte deutschsprachige Einwohner ab 16 Jahren. Autor ist der Militärsoziologe Timo Graf (die ganze Studie: zms.bundeswehr.de ).
Nur 35 Prozent der Jungen (unter 50 Jahren) sagten zu, Deutschland im Falle eines Angriffs mit der Waffe verteidigen zu wollen – das sind zwei Punkte weniger als 2025.
Bei allen Männern liegt der Wert bei 53 Prozent, bei Frauen 15 Prozent. In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen rechnen die Forscher mit fünf Millionen Männern und knapp zwei Millionen Frauen, also mit etwa sieben Millionen Menschen im wehrfähigen Alter.
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Der Studienautor meint dazu allerdings: "Zweifel an der Wehrbereitschaft der deutschen Bevölkerung sind unbegründet: Die akute Bedrohung durch Russland wird erkannt, die aktuelle Verteidigungspolitik mitgetragen und die persönliche Verteidigungsbereitschaft ist hinreichend stark ausgeprägt." Und: "Das Wehrpotenzial in der deutschen Bevölkerung ist beträchtlich. Die Herausforderung besteht darin, das vorhandene Potenzial auszuschöpfen." Fast jeder Zweite (49 Prozent) kann sich Zivilschutz vorstellen, 44 Prozent medizinische Hilfe, 23 bis 29 Prozent Dienst in der Bundeswehr auch ohne Waffe.
Für die Truppe gibt es in der Bundeswehr-Studie gute Werte: 84 Prozent haben eine positive Haltung, 87 Prozent vertrauen ihr – das ist Platz zwei hinter der Polizei.
58 Prozent wollen höhere Verteidigungsausgaben, 64 Prozent mehr Soldaten, 59 Prozent halten den neuen Wehrdienst für nötig. Und zwei Drittel sehen Russland als militärische Bedrohung, 70 Prozent fürchten Cyberangriffe, 66 Prozent die russische Aufrüstung. 76 Prozent halten die Nato für unverzichtbar, 55 Prozent würden deutsche Streitkräfte einsetzen, wenn Russland ein östliches Bündnisland angreift.
Ebenfalls abgefragt: Nur 43 % befürworten die militärische Hilfe für die Ukraine - dieser Wert sank in nur einem Jahr um drei Prozentpunkte. Und lediglich 21 % der Befragten meinen, dass deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine zu einem schnelleren Ende des Krieges beitragen, 52 % sehen die Waffenlieferungen negativ.