Es müsste Programm eingespart und Mitarbeiter abgebaut werden, kündigten die derzeitige ORF-Chefin Ingrid Thurnher und der designierte neue Clemens Pig im ORF-Finanzausschuss an.
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Konkret rechnen sie mit rund 30 Millionen Euro weniger für das kommende Jahr und würden deswegen das Radio-Symphonieorchester, ORF 3 gekippt werden. Zudem würden im Laufe der kommenden Jahre bis zu 300 ORF-Mitarbeiter "eingespart" oder nach Pensionierungen nicht nachbesetzt werden.
Dass der ORF als öffentlich-rechtliches Unternehmen sparen muss, ergibt sich aus dem logischen Spardruck der Regierung – die bekanntlich gerade in allen Bereichen spart – als auch durch die derzeitige Medienkrise.
Das von Noch-SPÖ-Chef Andreas Babler gemeinsam mit ÖVP und Neos beschlossene Medienpaket wird den Druck auf den ORF übrigens unbewusst noch erhöhen. Die "neue" Zustellförderung ist immerhin dem französischen Modell der Regierungen von Präsident Emmanuel Macron nachempfunden.
Das Modell Frankreich ist Budgetfinanzierung
Vorbild. Und dieses beschloss nicht nur die Zustellförderung und von der Regierung festgelegte Förderkriterien, sondern auch eine Finanzierung des Öffentlich-Rechtlichen in Frankreich durch das Budget, statt wie vor 2022 durch Gebühren.
In Österreich – und das erhöht laut sämtlichen Experten den öffentlichen Druck auf den ORF – wird das Öffentlich-Rechtliche bekanntlich seit Schwarz-Grün durch eine Haushaltsabgabe finanziert.
Die FPÖ macht gegen diese ein ORF-Volksbegehren, das naturgemäß ziemlich erfolgreich sein könnte.Mittlerweile wünscht sich auch die ÖVP – deren eigene Medienministerin Susanne Raab damals diese Haushaltsfinanzierung beschlossen hatte – ein Aus der selbigen und möchte den ORF ebenfalls via Budget finanzieren.
SPÖ und Neos waren für Haushaltsabgabe
Wende. Bislang waren SPÖ und Neos für die Haushaltsabgabe und gegen eine Finanzierung durch das krisengeschüttelte Budget.
Durch das neue beschlossene Fördersystem haben diese zwei Parteien nun freilich den Unterstützern der Budgetfinanzierung – Stichwort Frankreich – Tür und Tor geöffnet, freut sich hinter den Kulissen auch ein Schwarzer.
Schlechte Stimmung im ORF & Kampf
Krise. Im ORF ist die Stimmung derzeit jedenfalls – der insgesamten Krise der Medien entsprechend – schlecht. Das öffentlich-rechtliche Programm von ORF 3 solle künftig in ORF II aufgehen, sind sich Insider einig.
Am meisten Einsparungspotenzial sehen aber die meisten ORF-Insider – im und außerhalb des ORF – in den Landesstudios. Dass es keine neun Landesstudios mehr bräuchte, "wissen freilich alle", sagt ein Regierungspolitiker. Dass die sich wirklich trauen wollen sich mit den Landesfürsten anzulegen, bezweifeln aber die meisten.
In den Sparplänen von Thurnher und Pig soll übrigens das Büro des Landesstudios Wien aufgelassen werden und auf den Küniglberg übersiedelt werden.