Anklage liegt vor

Kind missbraucht: Gunkl gesteht im Video

© Facebook/Gunkl
Die Staatsanwaltschaft Wien hat Anklage gegen den bekannten Kabarettisten Günther Paal alias "Gunkl" erhoben. Ihm werden ein sexueller Übergriff auf ein Kind sowie der Besitz von Missbrauchsmaterial vorgeworfen.
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Wien. Die Justiz wirft Günther Paal alias "Gunkl" die Vornahme einer geschlechtlichen Handlung an einer unmündigen Person vor. Zudem soll er sich mindestens 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial besorgt und besessen haben. Neben dem Prominenten sind eine 42-jährige Frau und deren 62-jährige Mutter angeklagt. Sie sollen Günther Paal über einen längeren Zeitraum mit Fotos Druck und so knapp 189.000 Euro Schweigegeld erpresst haben. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Anklage: Kind missbraucht

Der Beschuldigte - der sich vor zwei Jahren an einer damals 4-Jährigen vergriffen haben soll - ist grundsätzlich zu dem einmaligen Vorfall geständig und wartet auf freiem Fuß auf seine Verhandlung. Der Übergriff soll laut der Sprecherin des Wiener Straflandesgerichts, Christina Salzborn, Anfang 2025 stattgefunden haben. Die Bekannte ging nicht zur Polizei, sondern setzte den Mann gemeinsam mit ihrer Mutter unter Druck. Staatsanwaltschafts-Sprecherin Judith Ziska teilte mit, den Frauen werde das Verbrechen der schweren Erpressung zur Last gelegt. Laut Anklage wurde mit der Veröffentlichung von Fotos gedroht, die den Mann bei der Tat zeigen sollen. Die Anklage gegen die drei Beschuldigten ist noch nicht rechtskräftig.

Der 64-jährige Kabarettist Günther Paal alias "Gunkl", hätte diese Woche Premiere für sein jüngstes Programm "Apropos übrigens" gehabt. Er sagte die Veranstaltung aber vier Stunden davor "aus gesundheitlichen Gründen" ab. Tatsächlich ist Gunkl nach den Enthüllungen in Spitalsbehandlung.

"Ich habe Schande auf mich gebracht": Gunkl gesteht im Video

Heute veröffentlichte der Beschuldigte ein Video auf seinem Facebook-Account. Er beginnt mit der Aussage: "Ich habe Schande über mich gebracht." Paal weiter: "Ich bedaure zutiefst, was ich gemacht habe. Ich hätte es nicht tun sollen. Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene, Kinder nicht küssen dürfen. Das habe ich getan. Das tut mir unendlich leid."

Günther Paal sagt weiter: "Ich habe auch Videomaterial auf Rechnern gehabt … Es tut mir leid. Es war eine Phase in meinem Leben, da hatte ich Lust auf solche Videos. Das war auf einem alten Rechner. Das wusste ich nicht, dass ich das noch habe. Es wurde bei mir sichergestellt. So einer möchte man nicht sein. So einer, der das hatte. Damit muss ich leben. Ich bin bereit, jede Strafe, die kommt, unwidersprochen hinzunehmen."

Weiters sagt der beschuldigte Kabarettist in seinem Video-Geständnis: "Ich möchte allen raten, Hilfe zu suchen. Das geht nicht alleine. Und es ist nicht nur, dass die, die es in sich zermürbt, damit Probleme haben. Vor allem schützen Sie Kinder. Wenn Sie so etwas in sich spüren, suchen Sie Hilfe. Zum Schutz der hoffentlich nicht beteiligten Kinder."

Kinder in behördlicher Obhut

Das betroffene Mädchen und sein siebenjähriger Bruder befinden sich mittlerweile in der Obhut der Kinder- und Jugendhilfe in der Magistratsabteilung 11 (MA 11). Sprecherin Ingrid Pöschmann sagte der APA: "Den Kindern geht es gut." Laut dem Rechtsvertreter der beiden Frauen, Werner Wendt, stehe die Kindesabnahme jedoch nicht im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen.

Verhandlung vor einem Schöffensenat

Termin für die Verhandlung, die vor einem Schöffensenat am Landesgericht stattfinden wird, gibt es laut Gericht noch keinen. Der Künstler und die Frau, die er seit rund 15 Jahren kennen soll, sowie deren Mutter werden sich gemeinsam vor Gericht verantworten müssen.