Ikone packt aus
Penélope Cruz spricht offen über schwere Verluste und Tabus in Hollywood
Penélope Cruz zählt seit Jahrzehnten zu den faszinierendsten Frauen Hollywoods. Sie ist Oscarpreisträgerin, Stil-Ikone, Muse großer Regisseure – und eine Schauspielerin, die ihren Rollen stets eine besondere Tiefe verleiht. Doch hinter dem Glamour steht eine Frau, die viel erlebt hat: Liebe, Verlust, Ängste, Mutterschaft und den Druck einer Branche, die Frauen oft in enge Rollenbilder presst.
Im großen Interview mit PORTER, dem Digitalmagazin von NET-A-PORTER, zeigt sich Cruz nun so persönlich wie selten. Sie spricht über prägende Erfahrungen, ihre Ehe mit Javier Bardem, die frühe künstlerische Prägung durch Pedro Almodóvar – und über jene Themen, die ihr heute besonders am Herzen liegen.
Eine Rolle mit vielen Brüchen
Aktuell ist Cruz in Olivia Wildes neuem A24-Film "The Invite" zu sehen. Darin spielt sie Pína, eine Psychologin und Sexologin, die nach außen Stabilität vermitteln soll, innerlich aber selbst alles andere als gefestigt ist. Cruz beschreibt ihre Figur als klug, tiefgründig, kompliziert – und instabil.
Genau diese Widersprüche scheinen die Schauspielerin besonders zu reizen. Pína beobachtet ihre Umgebung genau, analysiert Menschen, erkennt Schwächen – und kämpft gleichzeitig mit den eigenen. Für Cruz sind es gerade diese geheimnisvollen, vielschichtigen Frauenfiguren, die sie immer wieder anziehen.
Cruz bricht Tabu rund um Perimenopause
Eine der stärksten Szenen des Films war ursprünglich gar nicht im Drehbuch vorgesehen. Cruz selbst schlug vor, dass ihre Figur über Perimenopause und weibliche Hormone spricht. Für sie war klar: Wenn Pína als Sexologin über Intimität spricht, muss sie auch über den weiblichen Körper sprechen – und darüber, was hormonelle Veränderungen mit Gehirn, Stimmung und Selbstbild machen können.
Damit rückt Cruz ein Thema ins Rampenlicht, das in Hollywood und in der Gesellschaft noch immer viel zu selten offen behandelt wird. Frauen-Gesundheit, sagt sie, werde seit Jahrzehnten zu wenig ernst genommen. Besonders bei Krankheiten und Beschwerden, die ausschließlich Frauen betreffen, fehle es an Forschung, Aufmerksamkeit und finanzieller Unterstützung.
"Ohne Gesundheit haben wir nichts"
Auch über ihre eigene Gesundheit spricht Cruz offen. Eine mögliche Hirn-Aneurysma-Diagnose stellte sich zwar als falscher Alarm heraus, dennoch habe diese Angst sie nachhaltig geprägt. Die Schauspielerin achtet heute sehr bewusst auf ihren Körper: Sie trinkt nicht, raucht nicht und lebt weitgehend ohne Partys.
Ihre Botschaft ist klar: Gesundheit ist die Grundlage von allem. Wenn man über echte Gleichberechtigung sprechen wolle, müsse man auch bei der medizinischen Versorgung von Frauen beginnen.
Der Tod ihres Vaters veränderte alles
Besonders emotional wird Cruz, wenn sie über den Verlust ihres Vaters spricht. Während der Dreharbeiten zu "Zoolander" starb er völlig unerwartet an einem Herzinfarkt. Nur wenige Tage später musste Cruz wieder ans Set zurückkehren – ausgerechnet zu einer Komödie, in der sie andere Menschen zum Lachen bringen sollte.
Diese Erfahrung hat sie bis heute nicht vergessen. Auch Ben Stiller, erzählt sie, habe damals kurz zuvor seine Mutter verloren. Der Film konnte trotzdem nicht pausieren. Eine bittere Erinnerung daran, wie gnadenlos die Traumfabrik manchmal sein kann.
Als Mutter fürchtet sie Social Media
Heute ist Cruz nicht nur Schauspielerin, sondern auch Mutter. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Javier Bardem versucht sie, ihren Kindern ein Zuhause zu geben, in dem sie offen über alles sprechen können. Sie wolle eine Atmosphäre schaffen, in der Fragen, Unsicherheiten und Ängste Platz haben – ohne Urteil.
Besonders besorgt blickt Cruz auf Social Media. Teenager seien heute einer ständigen Manipulation ausgesetzt, sagt sie. Schon Erwachsene würden davon verwirrt, für Kinder und Jugendliche könne es noch gefährlicher sein. Sie selbst habe die Pubertät als schwierige Zeit erlebt – und könne sich kaum vorstellen, wie es gewesen wäre, damals schon ein Smartphone mit all den Schattenseiten sozialer Medien in der Hand zu haben.
Mode, Familie und neue Filmpläne
Neben den ernsten Themen zeigt sich Cruz aber auch von ihrer verspielten Seite. Mit ihrer jüngeren Schwester teilt sie die Liebe zur Mode – inklusive Kleiderschrank-Tausch. Allerdings mit klaren Regeln: Wer die Bikinis anfasst, soll bitte kein Chaos hinterlassen.
Auch beruflich wartet bereits das nächste spannende Projekt. In einem neuen Film von Nancy Meyers spielt Cruz gleich doppelt: eine Schauspielerin – und damit gewissermaßen eine Rolle im Film innerhalb des Films.
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Glamour-Star mit Haltung
Beim PORTER-Shooting zeigt Cruz einmal mehr ihre modische Vielseitigkeit: mal sinnlich in Spitze von Dolce-&-Gabbana, mal selbstbewusst in Loewe-Tailoring. Festlegen will sie sich nicht. Sie könne beides sein, sagt sie.
Genau das macht Penélope Cruz bis heute so faszinierend: Sie ist Glamour-Star, Charakterdarstellerin, Mutter, Stil-Ikone und starke Stimme für Frauen-Themen zugleich. Eine Frau, die Schmerz in Stärke verwandelt – und keine Angst davor hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.