Pentagon-Besuch
Pistorius bei Hegseth: Waffendeal steht
Ziel des neuen Abkommens: den enormen Bedarf der Nato an Waffen, Munition und Ersatzteilen schneller und auf beiden Seiten des Atlantiks zu decken. Das soll mit einer gemeinsamen Entwicklung, Produktion, Lizenzfertigung und Instandhaltung möglich sein.
Und: Lieferketten sollen gestärkt, Regeln zum Technologietransfer überprüft werden. Hegseth nannte das "genau das, was Verbündete tun sollten": Systeme in großem Maßstab und zügig bereitzustellen. Pistorius sprach von einem entspannten Gespräch "voller Anerkennung" und bot deutsches Know-how für gemeinsame Fertigung an. Details – auch zum geplanten Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern – seien noch zu klären.
Erster F-35A-Jet für die Bundeswehr
Der Ton aus Washington hat sich jedenfalls gewandelt: Hegseth würdigte "große Fortschritte, die vor der Rückkehr von Präsident Trump ins Amt wohl niemand für möglich gehalten hätte". Deutschland nähere sich der Nato-Fünf-Prozent-Zusage und gehe mit gutem Beispiel voran. Ausgaben seien aber nur der erste Schritt: Die traditionsreiche deutsche Industrie müsse für die gemeinsame Verteidigung genutzt werden.
Pistorius bezifferte den Anstieg der Verteidigungsausgaben auf 25 Prozent gegenüber 2025, also 147 Milliarden Dollar, über ein Jahrzehnt habe sich das Budget etwa verdreifacht. Deutsche Beschaffungen in den USA summierten sich auf etwa 50 Milliarden Dollar. Europa wolle schrittweise die Hauptverantwortung für konventionelle Abschreckung übernehmen.
Konkrete Ankerpunkte sind bereits da: der erste deutsche F-35A-Jet, den Pistorius in den USA in Empfang nehmen will, die geplante Patriot-Raketenfertigung in Deutschland und die grundsätzliche Tomahawk-Einigung vom Nato-Gipfel in Ankara. Pistorius betonte, Käufe sollten die Abhängigkeit nicht einseitig erhöhen, sondern das Bündnis ausbalancieren.